In Berlin soll ein Zentrum für zeitgenössische Oper und Musik entstehen

Die Zeitgenössische Oper Berlin will für ein eigenes Haus werben. Mit den herkömmlichen Häusern sei die Grenze für die zeitgenössische Oper erreicht, sagte der künstlerische Leiter der Zeitgenössischen Oper, Andreas Rochholl, bei der Präsentation eines Entwurfs für das künftige multifunktionale Haus. In den Zwei-Raum-Theatern seien Hör- und Sehrichtung festgelegt. Der Raumklang sei nur für denjenigen gut, der in der Mitte des Raumes sitze. Es gebe obendrein die Trennung zwischen Bühnen- und Zuschauerbereich. Komponisten zeitgenössischer Musik seien bisher in ihren Werken eingeschränkt. Unter dem Namen „Zentrum für zeitgenössische Oper und Musik“ soll es am Humboldthafen zwischen Hamburger Bahnhof und Bundeskanzleramt entstehen. Erst nach einer öffentlichen Diskussion soll darüber entschieden werden, ob solch ein Zentrum in Deutschland wünschenswert sei. Nach Rochholls Vorstellungen könnten in dem Haus bedeutende internationale Ensembles gastieren oder Festivals stattfinden. Fest an das Haus gebundene Ensembles werde es nicht geben. Finanzielle Kalkulationen für das künftige Zentrum lägen noch nicht vor.

Neue Dimensionen für Neue Musik

Das geplante neue Zentrum mit einem multifunktionellen Saal als Herzstück des Gebäudes sowie mit Nischen für Klanginstallationen könne hingegen die Vielfalt des Genres zeigen. Wer sich im Aufführungssaal aufhält, könne gleichzeitig Galerien besuchen, die rundherum angeordnet sind und deren Türen je nach Bedarf geöffnet oder veschlossen werden können. Denkbar sei auch, dass die Zuhörer im Orchestergraben sitzen und das Orchester auf den Tribünen. Das Zentrum soll sowohl Aufführungsort als auch Produktionsstätte und Forschungslabor für zeitgenössische Oper und Musik werden. Vorgesehen sind ferner eine Mediathek, eine Werkstattbühne, ein Café und ein Restaurant.

Das Berliner Architektenbüro Gewers Kühn + Kühn hat das Projekt für Neue Musik entwickelt. Nach Angaben des Architekten Oliver Kühn entsteht gegenwärtig für das gesamte Gelände um den künftigen Lehrter Bahnhof ein Bebauungsplan. Dieser sieht für das Grundstück eine öffentliche Nutzung vor. Derzeit ist noch die Deutsche Bahn AG Eigentümerin.

Original, Google Cache, archive.org

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