Islamisten offenbar verantwortlich für Anschlag

Einen Tag nach dem Bombenanschlag auf ein Hotel in der indonesischen Hauptstadt Jakarta verdichten sich die Hinweise, dass die radikal-islamische Gruppe Jemaah Islamiyah hinter der Tat stecken könnte. Bei dem Attentat waren 14 Menschen getötet worden. Die Art der Explosion und die verwendeten Sprengmaterialien seien vergleichbar mit denen der Bali-Attentate, sagte Chefermittler Erwin Mappaseng nach ersten Untersuchungen am Tatort. 

Die Singapurer Zeitung „Straits Times“ zitierte ein Mitglied der Jemaah Islamiyah, demzufolge das Attentat eine „blutige Warnung“ and die Regierung sei, nicht gegen militante Muslime vorzugehen. Der Anschlag sei eine Botschaft, dass „keiner unsererer muslimischen Brüder exekutiert werden darf“, heißt es im Hinblick auf das am Donnerstag zu erwartende Urteil gegen die Hauptverdächtigen der Anschläge von Bali. Dabei waren im Oktober vergangenen Jahres mehr als 200 Menschen, überwiegend ausländische Touristen, getötet worden. Für die Bluttat wird Jemaah Islamyiah verantwortlich gemacht.

Mehrere Explosionen

Möglicherweise war der Sprengstoff  in einem Kleintransporter vor dem Eingang des Marriott-Hotels deponiert gewesen. Augenzeugen berichteten, sie hätten mindestens sechs Detonationen gehört. Etwa 150 Menschen wurdne verletzt, darunter auch zwei US-Amerikaner, zwei Singapurer, ein Australier und ein Neuseeländer. Das Marriott gehört einer amerikanischen Kette. Es wird vor allem von ausländischen Geschäftsleuten frequentiert und liegt in der Nähe des Diplomatenviertels der Zehn-Millionen-Metropole. Es war nach Hotelangaben zu drei Vierteln ausgelastet.

USA verurteilen Attentat

Die USA verurteilten den Bombenanschlag scharf und boten den indonesischen Behörden Hilfe an. Der Sprecher des Weißen Hauses, Scott McClellan, sprach von einem „beklagenswerten Anschlag auf unschuldige Zivilisten“. Die USA unterstützten die indonesische Regierung „in ihren Anstrengungen, Terror und die Wurzeln des Terrorismus zu bekämpfen“.

Der letzte Anschlag in Indonesien hatte sich vor knapp drei Wochen ereignet, als eine Bombe vor dem Parlament explodierte. Dabei war aber niemand verletzt worden. Die Behörden hatten Moslemextremisten oder Rebellen aus der Unruheprovinz Aceh hinter dem Anschlag vermutet.

Original, Google Cache, archive.org

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