Vogelgrippe: Virus bei Schweinen nicht nachgewiesen

Ein erster Test eines Partnerlabors der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat keinen Beleg für eine Infektion von Schweinen mit dem Vogelgrippevirus in Vietnam gegeben. Eine „maßgebliche“ Untersuchung durch Robert Webster, Direktor eines Labors für Tiergrippe in Hongkong, habe keinen Beweis für die Infektion mit dem Erreger H5N1 geliefert, sagte FAO-Virologe Reter Roeder in Rom.

Er mahnte, Testergebnisse mit Vorsicht zu bewerten, die nicht nach den Standards des Internationalen Tierseuchen-Instituts (OIE) erlangt worden seien. Zuvor hatte der Leiter der Welternährungsorganisation (FAO) für Vietnam, Anton Rychener, erklärt, in der Hauptstadt Hanoi und Umgebung sei das H5N1-Virus im Rüsselsekret von Schweinen entdeckt worden. Die UN-Organisation prüfe derzeit mögliche Maßnahmen

Die WHO hatte vor der Bildung eines Supervirus und einer damit verbundenen großen Gefahr für den Menschen gewarnt, sollte sich der Erreger der Vogelgrippe mit dem menschlichen Grippevirus kreuzen. Schweine gelten als ideale Wirte für eine solche Vereinigung von Viren.

Bislang keine Übertragung von Mensch zu Mensch

Anders als vor einer Woche befürchtet ist das Geflügelpest-Virus H5N1 offenbar auch noch nicht zu einer für den Menschen hochansteckenden Form mutiert. Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mitteilte, wurde ein entsprechender Verdacht in Vietnam nicht bestätigt. Im Blut von zwei Ende Januar verstorbenen Vietnamesinnen habe sich nur die bereits bekannte Form des Virus gefunden. Damit ist höchst unwahrscheinlich, dass es in diesem Fall zu einer ersten Übertragung der Geflügelpest von Mensch zu Mensch kam.

Vogelgrippe fordert weiteres Opfer – 18 Tote bisher

Unterdessen starb in Vietnam ein sechsjähriges Mädchen an der Vogelgrippe. Damit hat sich die Zahl der Opfer in Asien offiziell auf 18 erhöht – 13 davon in Vietnam, fünf Todesfälle wurden aus Thailand gemeldet. In Vietnam liegen noch immer ein achtjähriges Mädchen und eine 20-jährige Frau mit der Virusinfektion in Kliniken. Unklar ist, wieviele Menschen an der Grippe starben, ohne dass dies als Todesursache nachgewiesen wurde.

Taiwan meldet neue Infektionsherde

Taiwan meldete neue Infektionsherde der Vogelgrippe. In acht Hühnerfarmen wurde nach Angaben der Behörden der etwas weniger gefährliche Virenstamm H5N2 entdeckt. Zuletzt hatte das Land am 29. Januar neue Virusherde gemeldet. Die Behörden ordneten die Tötung von rund 230.000 Hühnern innerhalb von drei Tagen auf den Farmen an der Westküste der Insel an. Der Virus könnte nach Einschätzung des Amtes für Quarantäne durch Wandervögel zu den neuen Infektionsherden gelangt sein.

Experten fordern Impfkampagne

Im Kampf gegen die Hühnerpest haben internationale Veterinärexperten eine Impfkampagne für die betroffenen Länder empfohlen. Gemeinsam mit dem Schlachten von infizierten Tieren könnten Geflügel-Impfungen die Ausbreitung des Virus eindämmen, erklärten die Experten nach einer zweitägigen Konferenz in Rom.

Die Krankheit grassiert derzeit in zehn asiatischen Ländern. Die Virusvariante H5N1 konnte in den betroffenen Gebieten auch als Todesursache für Millionen Hühner nachgewiesen werden. Normalerweise wird die Krankheit von Tier zu Tier übertragen. Der Virustyp H5N1 kann jedoch sein Erbgut verändern und den Menschen infizieren.

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