Verleihung des Deutschen Hörbuch Preises

Mit der Verleihung des Deutschen Hörbuch Preises 2005 ist das internationale Literaturfestival lit.cologne in Köln zu Ende gegangen. Bereits zum dritten Mal kürten der Westdeutsche Rundfunk (WDR) und die WDR mediagroup die besten Hörbuchproduktionen des Vorjahres. Insgesamt sieben Preise in sechs Kategorien mit einem Gesamtwert von 23.000 Euro wurden auf der von TV-Moderator Roger Willemsen moderierten Abschlussgala vergeben.

Einer der Hauptpreise ging in diesem Jahr unter anderem posthum an den Autor Peter Märthesheimer. Der im Sommer vergangenen Jahres gestorbene Drehbuchautor wurde bei der Verleihung in Köln für das Hörbuch „Krupp oder Die Erfindung des bürgerlichen Zeitalters“ mit einem Hauptpreis gewürdigt.

In der Begründung der Jury hieß es, Märthesheimer habe mit dem satirisch zugespitzten Rückblick auf drei Generationen einer einflussreichen Familiendynastie die „makabre Geschichte Deutschlands von 1870 bis 1945“ exemplarisch dargestellt. Zugleich unterhalte das Hörbuch auf wunderbare Weise und zeige, dass Unterhaltung durchaus anspruchsvoll sein kann. Märthesheimer hatte sich unter anderem als Autor von Fassbinder-Filmen einen Namen gemacht.

Ein zweiter Hauptpreis ging an die Produktion „Der Mann ohne Eigenschaften, Remix“ nach dem Klassiker der Moderne von Robert Musil. Die Produktion unter der Regie von Klaus Buhlert und herausgegeben von Katarina Agathos und Herbert Kapfer wurde als Beispiel dafür bezeichnet, „wie dem intellektuellen Niveau und der Struktur eines komplexen Textes geantwortet werden muss.“

Für die „Beste Interpretation“ in einem Hörbuch wurde die Schauspielerin Marion Breckwoldt geehrt. Sie sprach die Rolle der „Jackie“ im gleichnamigen Monologstück von Elfriede Jelinek.

In der Kategorie „Beste Information“ wurde die „Chronik des Jahrhunderts 1900-2000“ gewürdigt. Den Preis für die „Beste Unterhaltung“ erhielt der Autor und Regisseur Hermann Naber für seine gesammelten Raymond-Chandler-Adaptionen unter dem Titel „Gefahr ist ihr Geschäft“.

Das Prädikat „Bestes Jugendhörbuch“ ging an die Produktion „Wenn dich ein Löwe nach der Uhrzeit fragt“. Preisträger sind der Autor Hermann Schulz und der zwölfjährige Sprecher der Titelfigur, Tristan Rehrl.

„Das besondere Hörbuch“ wurde die „Edition Christian Brückner“, die sowohl Literarisches von Klassikern bis zu Zeitgenössischem wie auch politische Texte umfasst.

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