Afghanistan bleibt größter Opiumlieferant

Afghanistan bleibt auch nach dem Ende des Taliban-Regimes 2001 der mit Abstand größte Opium-Produzent der Welt. Im vergangenen Jahr lieferte das Land rund 87 Prozent des weltweiten Heroinbedarfs, wie aus dem Jahresbericht des UN-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) hervorgeht.

Die Mohn-Anbaufläche in Afghanistan habe im Vergleich zum Bericht des Vorjahres leicht abgenommen. Dennoch sei eine größere Ernte möglich als im vergangenen Jahr. Auf die Lieferungen aus dem Hindukusch deute auch die reichliche Versorgung des europäischen Marktes mit reinem Heroin hin.

Zahl der Drogen-Konsument nahm zu

Der Wert des weltweiten Drogenhandels betrug der Uno zufolge geschätzte 320 Milliarden Dollar und war damit größer als 90 Prozent aller nationalen Bruttosozialprodukte. Rund 200 Millionen Menschen, etwa fünf Prozent der Weltbevölkerung zwischen 15 und 64 haben im vergangenen Jahr illegale Drogen benutzt. Das waren 15 Millionen mehr als 2003. Trotzdem liegt die Konsumentenzahl bei der Erwachsenenbevölkerung laut UNODC immer noch weit unter der bei Alkohol (weltweit 30 Prozent) und Tabak (50 Prozent). Die mit 160 Millionen meisten Menschen konsumierten Cannabis, 26 Millionen Menschen nahmen Amphetamine und 8 Millionen Ecstasy. Schätzungsweise 16 Millionen Menschen nahmen Opiate. Von ihnen galten 11 Millionen als heroinsüchtig.

Als Erfolg verbuchen die UN-Drogenfahnder, dass sie im vergangenen Jahr rund ein Viertel der Heroin-Produktion beschlagnahmen konnten. Allerdings habe das vor allem an der erheblich gestiegenen Produktion von Roh-Opium in Afghanistan gelegen. Die größten Mengen gingen den Fahndern in den Nachbarländern Iran und Pakistan ins Netz.

Verstärkter Coca-Anbau in Südamerika

Südostasien konnte seine Produktion von Opiaten in den vergangenen Jahren drastisch drosseln. Nach dem Bericht der Wiener UN-Behörde sank dort die Produktion seit 1996 um 78 Prozent. Auch in Kolumbien ist die Kokain-Produktion zurückgegangen, doch wird in Peru und Bolivien verstärkt Coca angebaut. Diese Länder produzieren dem Bericht zufolge zusammen noch immer 97 Prozent des weltweit verkauften Kokains.

Weltweit lag die Produktion von Roh-Opium 2004 nach UN-Schätzungen bei 4850 Tonnen, die zur Herstellung von rund 565 Tonnen reinen Heroins ausreichten.

Insgesamt verzeichneten die UN-Drogenfahnder seit dem Jahr 2000 weltweit eine leichte Stabilisierung auf den Drogenmärkten. 44 Prozent der Mitgliedsländer berichteten über einen Anstieg des Drogenmissbrauchs im Vergleich zu 53 Prozent im Jahr 2000. Die Zahl derer, die einen Rückgang meldeten stieg von 21 auf 25 Prozent.

Original, Google Cache, archive.org

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