Gedenken und Gebete für Tsunami-Opfer

Vor dem ersten Jahrestag der Tsunami-Katastrophe haben in den betroffenen asiatischen Ländern die ersten Gedenkveranstaltungen begonnen. Nahe der am 26. Dezember vergangenen Jahres von der Flut verwüsteten indonesischen Stadt Banda Aceh versammelten sich mehr als 3500 Menschen zu einem Trauermahl, zu Gebeten und zu Friedhofsbesuchen. Aceh im Norden der Insel Sumatra war die am schwersten von der Katastrophe getroffene Region. Nach offiziellen Angaben starben dort 129.774 Menschen, 36.786 gelten immer noch als vermisst.

„Auf immer Frieden“

Im Süden Thailands gedachten Mönche und etwa 300 Angehörige im Tempel von Ban Muang der Opfer der Flutwelle. In dem Gotteshaus waren nach dem Unglück die Leichen aufgebahrt worden.

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Am Strand von Phuket enthüllte eine Delegation des japanischen Parlaments ein Mahnmal. Auf dem schwarzen Granitstein sind die Worte „Auf immer Frieden“ in Japanisch eingemeißelt. Der Gedenkstein wurde auf dem Grundstück errichtet, auf dem früher das Kamala Beach Hotel gestanden hatte.

Viele Deutsche trauern in Thailand

Nach offiziellen Angaben verloren mindestens 5395 Menschen in Thailand ihr Leben, rund die Hälfte davon ausländische Urlauber. Viele Angehörige werden daher aus dem Ausland zu den Gedenkfeiern in der gesamten Region erwartet. Besucher vor allem aus Deutschland, Schweden, Australien, Großbritannien und Frankreich wollen gemeinsam mit tausenden Thailändern um die Opfer trauern, darüber hinaus aber auch eigene Zeremonien abhalten – so am Strand von Kao Lak. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes in Berlin starben bei der Tsunami- Katastrophe insgesamt 537 Deutsche, 15 werden noch vermisst.

Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul gedachte der Getöteten und Vermissten. „Keiner und Keine von ihnen ist vergessen“, sagte sie in Berlin. Die Bundesregierung tue alles, damit die Menschen in den gefährdeten Regionen möglichst bald ein funktionierendes Warnsystem nutzen können. Dazu setze Berlin rund 45 Millionen Euro ein. „Nur so kann verhindert werden, dass sich eine solche Tragödie wiederholt“, sagte die Ministerin.

Fernsehansprache in Sri Lanka

In Sri Lanka wird die zentrale Gedenkfeier in Pereliya im Süden des Inselstaats veranstaltet, wo die Flutwellen einen vollbesetzten Expresszug aus den Gleisen warfen und durch nahe Häuser spülten. Bei dem schwersten Zugunglück der Geschichte waren mehr als 1200 Menschen ums Leben gekommen. Präsident Mahinda Rajapakse will sich von Pereliya aus mit einer landesweit im Fernsehen übertragenen Ansprache an die Nation wenden.

Gedenken in Indien, Somalia und auf den Malediven

Auch an der Küste im indischen Festland und auf der indischen Inselkette der Andamanen und Nikobaren wird am Montag der Opfer der Katastrophe gedacht. Indien beklagt insgesamt 12.405 Opfer, drei Viertel davon waren Kinder und Frauen. 5640 Menschen gelten als vermisst. Die Malediven zählen nach einem Jahr 82 Tote und 26 Vermisste. Im afrikanischen Somalia kamen nach offiziellen Angaben 142 Menschen beim Tsunami ums Leben.

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Die Jahrhundertkatastrophe am zweiten Weihnachtsfeiertag 2004 in Asien schockierte die ganze Welt. Mehr als 225.000 Menschen kamen ums Leben oder werden immer noch vermisst. Die tatsächliche Opferzahl dürfte nach Schätzungen noch höher liegen. Die Flutwellen verursachten Milliardenschäden.

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