Vollzeitarbeit und trotzdem zu wenig zum Leben

In Deutschland gibt es mindestens 300.000 so genannter Working Poor. Diese Zahl nannte Arbeitsminister Franz Müntefering erstmals im Interview mit der „Financial Times Deutschland“. Als „Working Poor“ werden Beschäftigte bezeichnet, die trotz bezahlter Arbeit unterhalb der nationalen Armutsgrenze leben. In Deutschland gelten die Leistungen des Arbeitslosengelds II (ALG II) allgemein als Existenzminimum. Der Regelsatz für das ALG II beträgt im Westen 345 Euro und im Osten 331 Euro. Der Staat übernimmt zudem Miet- und Heizkosten.

„Es gibt schätzungsweise 300.000 Vollzeitjobber, die so wenig Geld bekommen, dass sie es mit ALG II aufstocken“, sagte Müntefering. Dazu kämen mehrere hunderttausend Menschen, die neben einem Teilzeit- oder Minijob ALG II bekommen. Der SPD-Minister kündigte an, er wolle das Thema in der anstehenden Diskussion über existenzsichernde Löhne aufgreifen. Müntefering will dazu im Herbst Vorschläge vorlegen.

In einigen Wirtschaftszweigen werden Tariflöhne von vier Euro die Stunde und weniger gezahlt, was vor allem dann nicht reicht, wenn mehrere Menschen in einer Familie davon leben müssen. Das ARD-Fernsehmagazin „Fakt“ vom MDR hatte im März über „Working Poor“ berichtet.

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