Trauer um Zentralratspräsident Spiegel

Die Beisetzung des verstorbenen Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, soll am kommenden Donnerstag in Düsseldorf stattfinden. Spiegel werde im engen Familien- und Freundeskreis beerdigt, sagte der Generalsekretär des Zentralrats, Stephan Kramer. Ein offizieller Trauerakt sei am 21. Mai geplant.

Spiegel war am Sonntagmorgen nach langer, schwerer Krankheit im Alter von 68 Jahren in Düsseldorf gestorben.

Köhler kondoliert der Familie

„Der Tod von Paul Spiegel erfüllt mich mit tiefer Trauer“, sagte Bundespräsident Horst Köhler. Das Land habe mit Spiegel einen Menschen verloren, der wesentlich zum Miteinander beigetragen habe. Köhler sprach Spiegels Familie im Namen aller Menschen in Deutschland sein tiefes Beileid aus.

Merkel tief erschüttert

Bundeskanzlerin Angela Merkel reagierte erschüttert auf die Todesnachricht. Spiegel sei „eine beeindruckende Persönlichkeit“ gewesen, sagte Merkel in Berlin. Spiegel habe sich „mit großer Leidenschaft und all seiner Kraft für eine gute Zukunft der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland“ eingesetzt.

Der EKD-Ratsvorsitzende Bischof Wolfgang Huber bezeichnete Spiegel als „wichtigen Gesprächspartner im gemeinsamen Engagement für eine freiheitliche Gesellschaft“. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal Lehmann, nannte ihn einen „versöhnungsbereiten Repräsentanten des Judentums“.

Würdigungen aus allen Parteien

Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber sagte, Spiegel habe „Deutschland geliebt und für sein Land sowie die deutsch-israelische Aussöhnung alles getan, was er tun konnte“. Der designierte SPD-Chef Kurt Beck würdigte ihn als „große moralische Autorität“. FDP-Chef Guido Westerwelle sagte, Spiegels Wort habe weit über die jüdische Gemeinde hinaus Autorität gehabt. Der Zentralratspräsident habe sich immer eingemischt, wenn es um die Belange der Demokratie und der Gesellschaft ging, sagten die beiden Grünen-Vorsitzenden, Renate Künast und Fritz Kuhn. „Ein standhafter Mensch ohne zu viel Diplomatie“, lautete die Einschätzung von Linksparteichef Lothar Bisky.

Der israelische Botschafter in Berlin, Schimon Stein, würdigte den Verstorbenen als Partner bei der Bekämpfung des Antisemitismus. Israel werde Paul Spiegel vermissen, sagte Stein in Berlin.

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