Verurteilter Ex-Enron-Chef Lay gestorben

Der einstige Chef des amerikanischen Energiekonzerns Enron, Kenneth Lay, ist tot. Im Zusammenhang mit dem Mega-Konkurs des Unternehmens war Lay Ende Mai des Betrugs für schuldig befunden worden. Ihm drohte eine 30-jährige Haftstrafe.

Von Linda Staude, WDR-Hörfunkkorrespondentin Washington

Er war der Gründer und langjährige Chef eines der erfolgreichsten Energieunternehmen in den USA. Und er war mitverantwortlich für eine der spektakulärsten Pleiten in der amerikanischen Geschichte, die Anleger und Beschäftigte Millionen gekostet hat. Kenneth Lay ist am Mittwochmorgen in seinem Feriendomizil in Aspen, Colorado, gestorben. Seine Familie bestätigte den Tod des Ex-Enron-Chefs in einer schriftlichen Stellungnahme. Weitere Einzelheiten würden nicht bekannt gegeben, hieß es darin weiter. Medienberichten zufolge ist Lay in der Nacht wegen massiver Herzprobleme in ein Krankenhaus eingeliefert worden und einem Herzinfarkt erlegen.

Lay drohten 30 Jahre Gefängnis

Der 64-Jährige hatte zuletzt Ende Mai Schlagzeilen gemacht, als ein Gericht in Houston,Texas, ihn wegen Bilanzfälschung, Betrug und Insidergeschäften schuldig gesprochen hatte. Über das Strafmaß sollte ursprünglich am 11. September entschieden werden. Lays Anwälte hatten jedoch um sechs Wochen mehr Zeit gebeten, um ihre Verteidigung intensiver vorbereiten zu können. Nach dem Schuldspruch in sechs Anklagepunkten hätten dem früheren Enron-Chef bis zu 30 Jahre Gefängnis gedroht. Außerdem haben die Staatsanwälte erst am vergangenen Freitag von Lay und seinem Mitangeklagten Jeff Skilling 183 Millionen Dollar an unrechtsmäßig erworbenen Gewinnen zurückgefordert. Lays Anwälte hatten jeden Kommentar zu dieser Forderung verweigert. Von Skillings Seite hieß es jedoch, dass eine solche Zahlung die Familie mittellos zurücklassen würde.

Original, Google Cache, archive.org

Dieser Beitrag wurde unter tagesschau.de abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.