Iran spielt weiter auf Zeit

Der iranische Chefunterhändler Ali Laridschani und der EU-Außenbeauftragte Javier Solana haben ihr Treffen zum Atomstreit beendet, ohne dass sich einer der beiden abschließend geäußert hätte. Die beiden berieten beim Abendessen in Brüssel rund zwei Stunden lang über den Konflikt zwischen Teheran und der internationalen Gemeinschaft.

Solana wollte dabei das Anfang Juni vorgestellte Angebotspaket der Veto-Mächte im UN-Sicherheitsrat sowie Deutschlands erläutern. Darin wird Iran wirtschaftliche und politische Unterstützung angeboten, falls Teheran auf die auch militärisch nutzbare Urananreicherung verzichtet.

Laridschani: Diskussionen nicht vor Dienstag

Doch bereits vor dem Treffen hatte Laridschani deutlich gemacht, dass keine Antwort zu erwarten sei. Die Diskussionen begönnen erst am kommenden Dienstag, wenn die iranische Delegation erneut mit Solana sowie Vertretern der Veto-Mächte im UN-Sicherheitsrat sowie Deutschlands zusammenkommen wollen. Sein Land nehme die Verhandlungen mit der internationalen Gemeinschaft aber „ernst“, fügte Laridschani hinzu.

Vertreter der iranischen Führung hatten zuletzt sogar gesagt, dass es weder bei dem Treffen am Donnerstag noch bei der für Dienstag geplanten zweiten Zusammenkunft eine Antwort auf das Angebot des Westens geben werde. Das Angebot werde noch bis August geprüft.

Eigentlich hätte das Treffen in Brüssel bereits am Mittwoch stattfinden sollen, wurde aber von Laridschani kurzfristig verschoben. Iran brachte damit seinen Ärger darüber zum Ausdruck, dass im Europaparlament eine iranische Oppositionspolitikerin empfangen wurde.

IAEO wird ungeduldig

Unterdessen forderten der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO), Mohammend ElBaradei, und der französische Außenminister Philippe Douste-Blazy eine rasche Antwort Irans auf das Angebot. Je schneller die Antwort komme, desto besser für alle, sagte der IAEO-Chef in Ankara. Douste-Blazy machte deutlich, dass sich der UN-Sicherheitsrat mit dem Atomstreit befassen müsse, falls Teheran das Angebot ablehne.

Original, Google Cache, archive.org

Dieser Beitrag wurde unter tagesschau.de abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.