Signal der Zerstrittenheit vor Beginn des G8-Gipfels

Überschattet von der Eskalation der Gewalt im Nahen Osten hat das Gipfeltreffen der sieben führenden Industrienationen und Russlands (G8) am Abend im russischen St. Petersburg begonnen. Von US-Präsident George W. Bush und Russlands Staatschef Wladimir Putin kam kurz vor Beginn des Treffens ein Signal der Zerstrittenheit. Beide begnügten sich nach bilateralen Gesprächen vor dem Gipfel angesichts der Kriegsgefahr im Nahen Osten und der Krise um das iranische Atomprogramm mit unverbindlichen Einschätzungen. Das dürfte es der G8-Runde schwer machen, geschlossen auf die internationalen Brennpunkte zu reagieren.

Erster G8-Gipfel für Merkel

Russland führt zum ersten Mal den Vorsitz in der mächtigen Gruppe der Acht, zu der außerdem die USA, Deutschland, Kanada, Japan, Frankreich, Großbritannien und Italien gehören. Die Staats- und Regierungschefs kommen bis Montag im prachtvollen Konstantin-Palast am Finnischen Meerbusen zusammen. Für Bundeskanzlerin Angela Merkel ist es der erste G8-Gipfel.

Kaum Ergebnisse bei Putins Treffen mit Bush

Am Abend empfing Putin die anderen Staats- und Regierungschefs zum Auftakt des Gipfels zu einem festlichen Bankett im Schloss Peterhof. Am Sonntag beginnen die Teilnehmer mit ihren ersten Arbeitssitzungen. Bush und Putin hatten sich bereits gestern Abend getroffen. Doch auch Marathonverhandlungen der Delegationen halfen nicht. Eine vereinbarte Zusammenarbeit gegen Nuklear-Terrorismus blieb eines der wenigen greifbaren Ergebnisse. Auch nach mehr als zehnjährigen Verhandlungen blockieren die USA weiterhin den Beitritt Russlands zur Welthandelsorganisation WTO.

Bush und Putin lagen in ihrer Einschätzung des dramatisch zugespitzten Konflikts zwischen Israel und der radikal-islamischen Hisbollah-Miliz sowie der palästinensischen Hamas klar auseinander. Bush stellte weiter Syrien als Drahtzieher der Eskalation an den Pranger. „Wir wollen ein Ende der Gewalt“, sagte der US-Präsident. „Um das kurzfristig zu erreichen, muss die Hisbollah-Miliz die Waffen niederlegen und aufhören, Israel anzugreifen. Syrien muss einen Einfluss auf die Hisbollah geltend machen.“

Putin: Israels Verhalten nicht angemessen

Zwar äußerte Putin Verständnis für Israel. Entführungen und Raketenangriffe seien unannehmbar. Aber die militärische Antwort müsse angemessen sein. „Auf alle Fälle muss das Blutvergießen so schnell wie möglich gestoppt werden“, sagte Putin. Er wollte eine gemeinsame Position der G8 finden.

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