Israel bombardiert erneut Ziele im Libanon

Die israelische Luftwaffe hat am Morgen wieder mehrere Ziele im Libanon angegriffen. Betroffen waren die Hauptstadt Beirut, die nordlibanesische Hafenstadt Tripoli sowie die Stadt Baalbek im Osten, die innerhalb kurzer Zeit allein neunmal angegriffen wurde. Die Stadt gilt als Rückzugsgebiet der radikalislamischen Hisbollah-Miliz. Nach Angaben der libanesischen Polizei starben mindestens sieben libanesische Soldaten bei einem Angriff auf einen Stützpunkt des Militärgeheimdienstes in der Küstenstadt Abde im Norden des Landes. Insgesamt kamen bei der jüngsten Angriffswelle mindestens 15 Menschen ums Leben, mehr als 40 wurden verletzt.

Flughafen Beirut mehrfach bombadiert

Israel hatte die Intensivierung der Angriffe angekündigt, nachdem bei einem Raketenangriff der Hisbollah auf die Stadt Haifa acht Menschen getötet worden waren. Israelische Kriegsschiffe beschossen am Sonntagabend den Flughafen von Beirut und setzten einen Treibstofftank in Brand. In der Nacht wurde das Gelände erneut aus der Luft bombardiert. Es war der fünfte Angriff auf den am Südrand Beiruts gelegenen Flughafen seit Beginn der israelischen Militäroffensive vergangenen Mittwoch. Der Flughafen ist seit dem ersten Angriff geschlossen, nachdem die Israelis die drei Landebahnen bombardiert hatten.

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Hisbollah-Raketen treffen Stadt bei Nazareth

Zuvor hatten Hisbollah-Kämpfer kurz vor Mitternacht aus dem Libanon heraus die Stadt Afula südlich von Nazareth beschossen. Eine ganze Reihe so genannter Katjuscha-Rakten sei in der Stadt und den umliegenden Gemeinden im Jezreel-Tal eingeschlagen, berichtete die Tageszeitung „Haaretz“ in ihrer Internetausgabe. Opfer habe es offenbar nicht gegeben. Die israelische Stadt liegt rund 50 Kilometer südlich der Grenze zum Libanon. Es war die bisher größte Distanz, die bei einem Raketenangriff der Hisbollah auf Israel überbrückt wurde.

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Neue Angriffe auf Ziele im Gaza-Streifen

Unterdessen setzte das israelische Militär seine Angriffe auch im Gaza-Streifen in der Nacht fort. Kampfflugzeuge bombadierten wieder das palästinensische Außenministerium in Gaza-Stadt. Es war der zweite Angriff innerhalb einer Woche auf das Ministerium. Fünf Menschen wurden dabei verwundet, teilten die Rettungskräfte mit. Ein achtstöckiger Gebäudeteil stürzte ein. Zudem sei ein Büro der Sicherheitskräfte der radikal-islamischen Hamas-Regierung in Dschabalja im Norden des Palästinensergebiets bei einem Luftangriff zerstört worden.

UN-Sicherheitsrat befasst sich erneut mit Nahost-Krise

Die internationale Gemeinschaft verstärkte angesichts der eskalierenden Gewalt ihre Krisendiplomatie. Der EU-Chefdiplomat Javier Solana sowie eine von UN-Generalsekretär Kofi Annan entsandte Krisendelegation, darunter der Sonderbeauftragte Terje Roed-Larsen, trafen zu Vermittlungsmissionen in Beirut ein. Italiens Regierungschef Romano Prodi übermittelte in der libanesischen Hauptstadt Beirut Israels Bedingungen für einen Waffenstillstand. Die G-8-Staaten forderten in einer gemeinsamen Erklärung auf ihrem Gipfel in St. Petersburg ein sofortiges Ende der Gewalt im Libanon. Heute will sich der UN-Sicherheitsrat erneut mit der Situation im Nahen Osten befassen, gleiches gilt für die Außenminister der 25 EU-Staaten, die sich in Brüssel treffen.

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