Airbus stellt neue A350 Variante XWB vor

Angesichts von Kundenkritik und mageren Orderbüchern hat Airbus seinen Langstreckenjet A350 nachgebessert: Zum Auftakt der Luftfahrtmesse im britischen Farnborough präsentierte der europäische Flugzeugbauer seine jüngste Schöpfung als A350 XWB (Xtra wide body) mit mehr Komfort. Das neue Modell sei ein Abkömmling des Großraumjets A380, verkündete das Unternehmen in einer doppelseitigen Zeitungsanzeige.

Das Flugzeug soll ab Mitte 2012 auf den Markt kommen und damit zwei Jahre später als ursprünglich geplant. Airbus brauche noch rund drei Monate bis zum Start der Verkaufsgespräche für das Modell A350 „XWB“, kündigte der neue Airbus-Chef Christian Streiff auf der Farnborough-Luftfahrtschau an. Das neue Modell sei größer und habe ein anderes Design als die von den Kunden abgelehnte Vorgängerversion. Mit dem A350 in der Größenordnung zwischen 250 und 350 Sitzen will Airbus dem bereits für 2008 geplanten Modell des US-Konkurrenten Boeing Paroli bieten. Airbus will zudem nun drei statt zwei verschiedene Varianten des A350 auf den Markt bringen. Der erste Entwurf, ein lediglich erweitertes Modell des A330, hatte lediglich Aufträge für 182 Flugzeuge gebracht und war bei vielen Kunden auf Missfallen gestoßen. Die 14 Fluggesellschaften, die die den A350 bereits geordert hatten, können nun neu entscheiden.

Höhere Entwicklungskosten für A350

Der deutsche Co-Präsident des Airbus-Mutterkonzerns EADS, Tom Enders, hatte die Entwicklungskosten des neuen A350 am Wochenende mit „rund zehn Milliarden Dollar“ (umgerechnet rund 7,9 Milliarden Euro) beziffert. Ursprünglich waren sie auf vier Milliarden Dollar veranschlagt gewesen. Wegen der höheren Entwicklungskosten will Airbus nun doch Subventionen in Anspruch nehmen. Sein Unternehmen bemühe sich um staatliche Unterstützung und Beihilfen, sagte Verkaufschef John Leary auf der Luftfahrtschau im britischen Farnborough. Vor dem Hintergrund des Beihilfestreits zwischen der USA und Europa hatte Airbus für die erste Version des A350 zwar Beihilfen beantragt, aber erklärt, diese nicht beanspruchen zu wollen.

Probleme bei Airbus und Boeing

Der A350 soll dem neuen Dreamliner 787 des US-Erzrivalen Boeing Konkurrenz machen. Boeing hatte jüngst Schwierigkeiten bei der 787-Produktion eingeräumt. Die Maschine sei zu schwer und auch mit einigen Zulieferern gebe es Probleme, erklärte der für den Bereich Zivilluftfahrt zuständige Firmenchef Alan Mulallay. Mit dem neuen Jet will der US-Hersteller einen Quantensprung bei Verbrauch und Umweltfreundlichkeit schaffen, entsprechend groß ist der Entwicklungsaufwand. Der Zeitplan für das neue Flugzeug soll aber eingehalten werden. Erstkunde All Nippon will 2008 die 787 in den Liniendienst stellen.

Boeing rechnet mit weiterem Wachstum

Boeing sieht trotz hoher Ölpreise ein starkes Wachstum im Zivilflugzeugmarkt. „Wir rechnen mit fünf Prozent Zuwachs pro Jahr beim Verkehrsaufkommen für Passagierflüge und sechs Prozent bei den Frachtflügen“, sagte Mulally auf der Luftfahrtmesse in Farnborough. „Viele Airlines sind trotz hoher Ölpreise profitabel“, sagte Mulally. Indikatoren dafür seien nicht nur steigende Auslastung, sondern auch bessere Erträge. Der steigende Kostendruck zwingt aber die Fluggesellschaften gleichermaßen, möglichst zügig auf neues, sparsame Jets zu setzen und ihre Flotten zu modernisieren.

Original, Google Cache, archive.org

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