Fast 340 Tote, noch immer viele Vermisste

Nach dem Tsunami auf der indonesischen Insel Java steigt die Zahl der Todesopfer immer weiter an. Nach bisherigen Erkenntnissen kamen 339 Menschen ums Leben. Die Behörden befürchten allerdings, dass die Zahl der Opfer noch weiter steigt – noch immer werden mehr als 130 Menschen vermisst. Über deutsche Opfer gibt es keine Informationen.

Viele erkannten Vorboten des Tsunami

Das heftige Seebeben und die anschließende Flutwelle vertrieb zehntausende Bewohner entlang der Küste aus ihren Häusern. Obwohl nach dem Tsunami im Dezember 2004 ein Warnsystem für die seebebengefährdete Pazifikregion installiert werden sollte, wurden die Menschen vor der neuen Riesenwelle nicht gewarnt. Viele Touristen erkannten nun aber anscheinend die ersten Anzeichen der Flutwelle und flüchteten sich auf höher gelegenes Gebiet, als das Wasser vom Ufer zurückwich und später mit großer Kraft als Riesenwelle auf den Strand zurückprallte.

In der besonders betroffenen Region Pangandaran Beach schleuderte die Welle Autos, Motorräder und Boote in Häuser und Restaurants, überflutete Fischerdörfer, Reisfelder und Ferienanlagen. Bis zu einem halben Kilometer weit ins Landesinnere richtete der Tsunami Schäden an.

Wie der Tsunamit vor eineinhalb Jahren wurde auch die jüngste Flutwelle durch ein unterirdisches Seebeben ausgelöst. Es hatte nach offiziellen Angaben die Stärke 7,7 auf der Richterskala. Das Epizentrum lag rund 180 Kilometer vor der Südküste Javas, die am stärksten getroffen wurde.

Experte erwartet lokal begrenzte Schäden

Anders als bei der verheerenden Tsunami-Katastrophe vor eineinhalb Jahren im gleichen Gebiet seien diesmal jedoch eher lokal begrenzte Schäden zu erwarten. so die Einschätzung des Erdbebenforschers Jörn Lauterjung vom Geoforschungszentrum Potsdam. Gegenüber tagesschau.de sagte Lauterjung: „Diese Flutwelle hat mit Sicherheit längst nicht die Ausmaße erreicht wie der Tsunami 2004. Das kann man von der Stärke des Bebens ableiten.“ Das Geoforschungszentrum Potsdam arbeitet derzeit an einem Frühwarnsystem im Indischen Ozean, das Mitte 2008 verfügbar sein wird.

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