Siniora sucht Schulterschluss mit Hisbollah

Nach den israelischen Luftangriffen auf Kana mit 56 Toten sucht der libanesische Ministerpräsident Fuad Siniora offenbar den Schulterschluss mit der radikal-islamischen Hisbollah. Siniora dankte der Hisbollah-Miliz für ihre „Opfer“ im Krieg gegen Israel. „Wir sind in einer starken Position“, sagte der Politiker. „Ich danke außerdem allen, die ihr Leben opfern für die Unabhängigkeit und Souveränität des Libanon“, fügte Siniora hinzu.

Noch vor anderthalb Wochen hatte Siniora die internationale Gemeinschaft um Hilfe gebeten, die Hisbollah zu entwaffnen. Die Miliz, die von Syrien und Iran unterstützt wird, sei ein „Staat im Staate“ geworden, sagte der Regierungschef in einem Interview der italienischen Zeitung „Corriere della Sera“. Siniora zählte zur anti-syrischen Koalition im Libanon.

Hisbollah, Dschihad und Hamas drohen

Nach der 19-tägigen israelischen Offensive scheinen sich die beiden Lager nun anzunähern. Die Hisbollah kündigte nach dem Angriff auf Kana Vergeltung an. Das Massaker werde nicht ohne Antwort bleiben. Am Nachmittag begann die Hisbollah mit einem regelrechten Dauerbeschuss mit Katjuscha-Raketen auf den Norden Israels. Fünf Israelis wurden Rundfunkberichten zufolge verletzt.

Auch der bewaffnete Arm der Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad kündigte neue Selbstmordanschläge in Israel an. „Nach den anhaltenden Angriffen und den großen Massakern, die der zionistische Feind im Gaza-Streifen, im Westjordanland und im Südlibanon verübt hat“, hätten die Al-Kuds-Brigaden Anweisung für Selbstmordanschläge gegeben, erklärte ein Sprecher der Gruppe gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

Der im Exil lebende Hamas-Chef Chaled Maschaal rief nach dem Angriff auf den libanesischen Ort Kana dazu auf, den Widerstand gegen Israel zu verstärken. Die einzige Antwort auf dieses „hässliche Massaker“ sei ein größerer Widerstand im Libanon und in den Palästinensergebieten, sagte Maschaal der Nachrichtenagentur Reuters in einem Interview. Es gehe darum, Frauen, Kinder, das Land und die Ehre zu schützen.

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