Janukowitsch will Beziehungen zu Moskau verbessern

Der neue ukrainische Ministerpräsident Viktor Janukowitsch will die Beziehungen seines Landes zum Nachbarn Russland wieder verbessern. Russland sei ein „wichtiger Partner“, sagte er der russischen Zeitung „Rossiskaja“. Die neue Regierung werde „in der Ukraine keine anti-russischen Gefühle fördern“. Die größten Streitpunkte der vergangenen Jahre – der Preis für die Gaslieferungen aus Russland und der Beitritt der Ukraine zur Nato – müssten einvernehmlich gelöst werden.

„Mehrheit der Ukrainer gegen Nato-Beitritt“

Der von der Vorgängerregierung gewünschte Beitritt zur Nato habe „Unzufriedenheit in Russland hervorgerufen“, sagte Janukowitsch der Zeitung. Auch die Mehrheit der Ukrainer sei derzeit gegen einen Nato-Beitritt.

In der Frage um die russischen Gaslieferungen werde sich die Ukraine an abgeschlossene Verträge halten, so Janukowitsch. Er kritisierte seine Vorgängerin, die frühere Ministerpräsidentin Julia Timoschenko, die die Verträge neu aushandeln wollte. Dabei seien die Gasverträge als „Waffe in einem politischen Spiel“ missbraucht worden. Janukowitsch kündigte rasche Antrittsbesuche bei der Europäischen Union, in Russland und in den USA an.

Das ukrainische Parlament hatte den bisherigen Oppositionsführer gestern zum Ministerpräsidenten gewählt. Damit ging eine viermonatige Regierungskrise zu Ende. Zuvor hatte der westich orientierte Staatspräsident Viktor Juschtschenko der Nominierung seines pro-russischen Widersachers zugestimmt. Im Gegenzug hatte sich Janukowitsch zu einer Koalitionsvereinbarung verpflichtet, die den im eigenen Land umstrittenen Westkurs der Ukraine festschreibt.

Politische Hängepartie seit März

Janukowitschs Partei hatte die Parlamentswahl im März gewonnen. Präsident Juschtschenko hatte sich zunächst geweigert, den Wahlsieger als Kandidaten für das Amt des Regierungschefs zu nominieren. Der Präsident favorisierte eine Neuauflage eines Bündnisses der liberalen Kräfte der „Orangenen Revolution“ mit seiner einstigen Weggefährtin Timoschenko als Ministerpräsidentin, scheiterte damit aber.

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