Zehntausende fordern Freilassung entführter Soldaten

Zehntausende Menschen haben am Donnerstagabend in Tel Aviv für die Freilassung der drei von militanten Palästinensern und der Hisbollah entführten Soldaten demonstriert. Sie erinnerten an das Schicksal der Soldaten und riefen die Regierung ihres Landes dazu auf, sich für die Befreiung der Soldaten einzusetzen.

unknown style: 33643392-2d97-4804-8ad5-e08d75af0ad3

„Das Schlimmste ist es, nichts zu wissen“

„Ich bitte den Ministerpräsidenten und die Verantwortlichen der internationalen Gemeinschaft: Dies ist die Zeit, zu handeln, und sie nach Hause zu bringen“, sagte Karnit Goldwasser, die Ehefrau eines der von der libanesischen Hisbollah-Miliz verschleppten Soldaten, auf der Kundgebung. Der Bruder des entführten Eldad Regev forderte ein Lebenszeichen: „Das Schlimmste ist es, nichts zu wissen“, sagte er. „Die Soldaten dürfen nicht vergessen werden“ war auf mehreren Transparenten zu lesen. Es war die größte Versammlung dieser Art, seit der Waffenstillstand zwischen Israel und der Hisbollah am 14. August in Kraft trat.

Die Demonstration kam genau 50 Tage nach der Entführung von Ehud Goldwasser und Eldad Regev durch die Hisbollah an der Grenze zum Südlibanon. Bereits am 25. Juni war im Gaza-Streifen der Soldat Gilad Schalit von militanten Palästinensern entführt worden. Nach den Entführungen verstärkte die israelische Armee ihre Offensive im Gazastreifen und begann ihre mehr als einen Monat andauernden Angriffe auf den Libanon. Von allen Dreien fehlt jede Spur.

Israel zu Gefangenenaustausch bereit?

Kurz vor Beginn der Kundgebung in Tel Aviv war aus israelischen politischen Kreisen verlautet, Israel sei grundsätzlich zu Verhandlungen über einen Gefangenenaustausch bereit. Das berichtet die Agentur Reuters. Allerdings müssten die Verhandlungen über die libanesische Regierung laufen, Gespräche mit der radikal-islamischen Hisbollah seien ausgeschlossen, sagte ein israelischer Spitzenpolitiker. Bislang hatte die israelische Regierung einen Gefangenenaustausch stets abgelehnt. Die Hisbollah fordert die Freilassung Tausender in Israel inhaftierter Araber.

Original, Google Cache, archive.org

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter tagesschau.de abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.