Kanaren: Mehr als 1100 Afrikaner aufgegriffen

Die Zahl der Flüchtlinge, die per Boot die Kanaren erreichen, hat einen neuen Höchtstand erreicht: Innerhalb von nur 36 Stunden landeten mehr als 1100 illegale afrikanische Immigranten auf der spanischen Inselgruppe, wie die Behörden mitteilten. Nie zuvor waren in einem solch kurzen Zeitraum so viele Zuwanderer aufgegriffen worden. Die Flüchtlinge seien wohlauf, hieß es weiter. Unter ihnen seien auch zahlreiche Kinder.

670 Flüchtlinge allein am Samstag

Allein am Samstag wurden mehr als 670 afrikanische Flüchtlinge vor der Inselgruppe Kanaren abgefangen, eine Rekordzahl für einen einzelnen Tag. Seit Januar sind damit bereits rund 20.000 illegale Zuwanderer auf den Kanaren gelandet, etwa vier Mal so viele wie im gesamten Jahr 2005. Bis zu 3000 Menschen sind nach Angaben von Hilfsorganisationen bei der gefährlichen Atlantik-Überfahrt ums Leben gekommen.

Mindestens neun Afrikaner vor Sizilien verstorben

Vor Sizilien kostete die gefährliche Flucht übers Meer neun Afrikaner das Leben. 19 Flüchtlinge aus Eritrea wurden am Samstag von der italienischen Küstenwacht auf einem kleinen Boot aufgegriffen und fünf von ihnen in ein Krankenhaus der sizilianischen Hafenstadt Porto Palo gebracht. Einer der geschwächten Afrikaner überlebte die Nacht laut Klinikangaben nicht. Acht Flüchtlinge waren nach Angaben der Hafenbehörde bereits während der rund zehntägigen Überfahrt aus Libyen ums Leben gekommen, ihre Leichen seien über Bord geworfen worden.

Konferenz soll Lösung für Problem suchen

Die Behörden auf den Kanarischen Inseln haben die Situation als internationale Notlage bezeichnet und die EU, die UN und die internationale Gemeinschaft zur Intervention aufgefordert. Angesichts des Flüchtlingsdramas soll noch in diesem Monat in Madrid eine Konferenz der Mittelmeer-Anrainerstaaten der EU stattfinden. Zu dem Treffen werden die Innen- und Verteidigungsminister von Frankreich, Italien, Griechenland, Zypern, Malta, Slowenien und Portugal erwartet.

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