Mindestens 16 Tote bei Selbstmordanschlag in Kabul

Bei einem Selbstmordanschlag nahe der US-Botschaft in Kabul sind mindestens 16 Menschen ums Leben gekommen. Das Attentat ereignete sich an einer großen Kreuzung weniger als 100 Meter von der schwer befestigten Vertretung entfernt.

Von Christoph Heinzle, ARD-Hörfunkstudio Südasien

Augenzeugen sprechen von einer gewaltigen Explosion mit enormer Sprengkraft. Trümmer flogen mehr als 100 Meter weit. Die Bombe war nach Angaben der Polizei in einem Auto verborgen. Der Wagen rammte am späten Vormittag einen Konvoi der US-geführten Anti-Terrorkoalition im Zentrum Kabuls. Eines der Militärfahrzeuge wurde dabei völlig zerstört. Nach ersten Ermittlungen kamen mehrere ausländische Soldaten ums Leben, vermutlich US-Amerikaner. Unter den Todesopfern und Verletzten sind auch viele afghanische Passanten.

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Der Anschlagsort liegt in unmittelbarer Nähe der festungsartig ausgebauten US-Botschaft in Kabul. Und nicht weit entfernt vom Hauptquartier der internationalen Afghanistan-Schutztruppe Isaf. Das Attentat ereignete sich am belebten Massud-Kreisverkehr, benannt nach Ahmed Shah Massud, dem Militärführer der afghanischen Opposition gegen die Taliban, der vor nahezu genau fünf Jahren einem Attentat zum Opfer gefallen war. Für das Wochenende sind große Gedenkfeiern in Kabul für Massud geplant, der von vielen Afghanen verehrt wird.

Wer hinter dem Anschlag steckt, ist noch unklar. Die erstarkten Taliban hatten seit vergangenem Jahr immer häufiger mit Bombenanschlägen und Selbstmordattentaten afghanische und internationale Truppen angegriffen. Seit Jahresbeginn kamen bei Gefechten und Anschlägen in Afghanistan etwa 2200 Menschen ums Leben.

Original, Google Cache, archive.org

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