Deutschland drohen Hitzewellen und Dürren

Deutschland drohen in absehbarer Zeit höhere Temperaturen und verstärkte Dürren. Das Klima wird sich nach Einschätzung von Wissenschaftlern bis zum Jahr 2100 um drei Grad Celsius erwärmen, wenn der weltweite Ausstoß von Treibhausgasen nicht drastisch reduziert werden kann. Diese Schlussfolgerung ziehen von der Bundesregierung beauftragte Experten, wie die „Welt am Sonntag“ berichtet.

Hitzewellen, Dürreperioden, „tropische Nächte“

Grundlage dieser Annahmen ist offenbar ein vertraulicher Entwurf für eine neue Klimastudie der Vereinten Nationen (UN). Deutschland werde demnach unter bisher unbekannten Hitzewellen und Dürreperioden leiden. Im Sommer könnten die Höchsttemperaturen in den kommenden Jahrzehnten immer wieder deutlich über 40 Grad steigen, auch werde es viel häufiger so genannte „tropische Nächte“ mit Temperaturen über 20 Grad geben, hieß es. Die Arktis werde im Sommer eisfrei sein.

Die von weltweit hunderten Forschern erstellte Studie kommt dem Blatt zufolge zu dem Ergebnis, dass der Klimawandel nicht mehr aufzuhalten ist. Allenfalls das Ausmaß der Erwärmung sei noch beeinflussbar.

Klimabericht 2001 verschärft

Die Studie sei die Grundlage für den vierten UN-Klimabericht, der im kommenden Jahr verabschiedet werden soll. Sie verschärfe fast alle Aussagen des UN-Klimaberichts von 2001, hieß es. Auf deutscher Seite habe das Hamburger Max-Planck-Institut für Meteorologie an dem Bericht mitgearbeitet.

Der Parlamentarische Staatssekretär im Umweltministerium, Michael Müller, bezeichnete den Bericht als „alarmierend“. Das Papier beschreibe „einen qualitativen Sprung in der Erderwärmung zu Beginn des neuen Jahrtausends“. Es sei eindeutig, dass sich Prozesse, die zur Klimaerwärmung beitragen, beschleunigten.

Alpen-Gletscher schmelzen ab

Nach Einschätzung der Wissenschaftler werden auch die Auswirkungen auf die Alpen groß sein. „Kleine Gletscher werden verschwinden, während größere Gletscher um bis zu 70 Prozent abschmelzen, allein bis zum Jahr 2050“, zitiert die Zeitung aus dem UN-Bericht. Bayerns Umweltminister Werner Schnappauf hatte bereits Anfang August eine Initiative für einen Aktionsplan für den gesamten Gebirgsraum vorgestellt. Die bayerischen Gletscher seien bereits um 70 Prozent geschrumpft, hieß es. In spätestens 20 Jahren werde es nach Angaben des Ministers im Freistaat keinen Gletscher mehr geben.

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