Aufklärung des Transrapid-Unglücks verzögert sich

Drei Tage nach der Transrapid-Katastrophe im Emsland beginnt heute die Auswertung des Funkverkehrs und der sichergestellten Unterlagen. Die Staatsanwaltschaft Osnabrück erhofft sich davon Aufschluss über die Frage, warum der Unglückszug losfuhr, obwohl ein Arbeitswagen auf der Strecke stand.

Technischer Defekt ausgeschlossen

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hätte der Kontrollraum wissen können, dass sich auf den Gleisen ein Hindernis befand. Dennoch habe der Transrapid freie Fahrt erhalten. Unklar ist auch, warum der Transrapid nicht früher gebremst hat, obwohl das Hindernis früh zu erkennen war. Bislang deuten alle Hinweise auf menschliches Versagen als Unglücksursache. Einen technischen Defekt schlossen die Ermittler aus.

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Möglichst diese Woche sollen auch die zwei Mitarbeiter der Leitstelle befragt werden, die noch unter Schock stehen. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft gelten sie bislang nicht als Beschuldigte. Der Transrapid war am Freitagmorgen mit Tempo 200 gegen den Werkstattwagen geprallt. Dabei starben 23 Menschen, zehn wurden schwer verletzt.

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Sicherheitsgutachten beauftragt

Die Bundesregierung will nun mittels Gutachtern das Sicherheitskonzept überprüfen. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee und Bayerns Wirtschaftsminister Erwin Huber erklärten, dass die Erkenntnisse aus dem Unglück im Emsland für andere Transrapid-Vorhaben nutzbar gemacht werden sollen. Politiker der Regierungskoalition warnten vor einer Vorverurteilung der Transrapid-Technologie.

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