Soldat muss wegen Kameraden-Quälerei in Haft

Ein russisches Militärgericht hat einen Soldaten wegen der brutalen Misshandlung eines jüngeren Rekruten zu vier Jahren Haft verurteilt. Der angeklagte Unteroffizier Alexander Siwjakow hatte den jungen Soldaten bei einem Schikane-Ritual zu stundenlangem Zusammenkauern gezwungen, während er selbst mit seinen Kameraden das neue Jahr begoss. Dabei war die Durchblutung von Andrej Sytschew so lange unterbrochen, dass beide Beine und die Genitalien amputiert werden mussten.

Der angeklagte Unteroffizier Alexander Siwjakow habe dem 19-jährigen Andrej Sytschew „ernsthaften gesundheitlichen Schaden“ zugefügt, begründete das Gericht sein Urteil. „Die Strafe ist zu mild“, sagte ein Anwalt der Familie Sytschews und kündigte an, Berufung einzulegen. Die Familie hatte eine Haftstrafe von sechs Jahren verlangt.

Hunderte bei Drangsalierungen verletzt

Medien hatten zudem von betrunkenen Soldaten berichtet, die über Stunden auf den jungen Rekruten einschlugen. Der Fall hatte landesweit Empörung über die weit verbreitete Drangsalierung von Wehrpflichtigen ausgelöst und Verteidigungsminister Sergej Iwanow in Bedrängnis gebracht.Bei ritualisierten Misshandlungen in russischen Kasernen werden jedes Jahr hunderte russische Rekruten getötet oder verletzt.

Original, Google Cache, archive.org

Dieser Beitrag wurde unter tagesschau.de abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.