Heute noch keine Warnstreiks, morgen vielleicht

Die Gewerkschaften Transnet und GDBA wollen heute über den Beginn von Warnstreiks bei der Bahn entscheiden. Nach dem Ende der Friedenspflicht um Mitternacht wäre dies zulässig. Heute sollen aber zunächst an 32 großen Bahnhöfen Flugblätter verteilt werden. Streiks drohen den Fahrgästen frühestens am Freitag, das hatten die Gewerkschaften schon gestern erklärt. Die Vorsitzenden von Transnet und GDBA, Norbert Hansen und Klaus-Dieter Hommel, hatten dazu erläutert, man wolle sich nicht den „absurden Vorwürfen“ aussetzen, man würde „politische Streiks“ durchführen.

Der Verkehrsausschuss der Bundestages hatte gestern beschlossen, dass die Bahn die Arbeitsplatzsicherung für ihre Beschäftigten auch unabhängig vom Börsengangs-Modell garantieren soll. „Die Aufsichtsratsmitglieder des Bundes haben zusammen mit den Gewerkschaftsvertretern eine Mehrheit, um den Willen des Parlaments nun auch gegen den Widerstand von Bahnchef Mehdorn durchzusetzen“, sagte der verkehrspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Winfried Hermann, nach der Sitzung. Es bestehe folglich auch kein Streikanlass für die Gewerkschaft.

Bahn stellt sich auf Warnstreiks ein

Die Gewerkschaften verlangen Neuregelungen des Anfang vergangenen Jahres geschlossenen Beschäftigungspakts. Er hat nur dann Bestand, wenn der Konzern für einen Börsengang nicht aufgespalten wird, also komplett mit dem Schienennetz an die Börse geht.

Die Deutsche Bahn hat sich bereits auf Warnstreiks eingestellt. Sie richtete eine gebührenfreie Info-Hotline ein. Reisende würden gebeten, sich kurz vor der Abfahrt unter der Rufnummer 08000/996633 über die aktuelle Situation zu informieren, teilte die Bahn mit. Die Hotline sei rund um die Uhr erreichbar. Fahrgäste, die aufgrund streikbedingter Zugausfälle oder Verspätungen ihre Reise nicht antreten könnten, hätten die Möglichkeit, ihre Fahrkarte kostenlos umzutauschen oder sich den Reisepreis erstatten zu lassen.

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