Ganz in Weiß ins All

200.000 Dollar sind ein Klacks – wenn man Richard Branson heißt. Der britische Milliiardär will zu diesem Preis ab 2009 Flüge ins All anbieten und hofft, dass „Millionen Menschen“ dieses Angebot wahrnehmen werden.

Natürlich soll man formvollendet unterwegs sein. Deshalb ließ Branson sein zukünftiges Raumschiff SpaceShipTwo von Star-Designer Philippe Starck entwerfen. Opulenz ist dessen Sache nicht, und so fiel Starcks Entwurf recht minimalistisch aus. Fast ganz in Weiß ist das Raumschiff gehalten, hat Platz für sechs Passagiere und zwei Piloten, die aus zahlreichen Bullaugen ins All schauen können.

Ganz schonend, sehr regenerativ

Allerdings darf man für diesen Preis keinen tagelangen Aufenthalt im Weltall erwarten. Vielmehr geht es um eine schöne Viertelstunde. So lange soll das Raumschiff in der Schwerelosigkeit bleiben, nachdem es von einem Trägerflugzeug in 120 Kilometer Höhe gebracht wurde. Dafür aber sind drei Tage Training für den Weltall-Quickie im Preis inbegriffen.

Der Flug wird selbstverständlich – wie die gesamte Flugindustrie – überaus umweltfreundlich sein und soll, so Branson, auch erneuerbare Energien nutzen. Damit die PR-Maschine so richtig ins Gang kommt, will der Eigentümer der Fluglinie Virgin eine so genannte Casting-Show veranstalten, bei der im Fernsehen ein Platz an einen Mitreisenden vergeben wird. Die Entscheidung in „Astronaut Idol“ (so laut britischem „Guardian“ der Arbeitstitel) soll zwischen sechs Kandidaten aus aller Welt fallen – wenn das Fernsehen denn anbeißt.

More for miles

Aber natürlich gibt es auch andere Wege, an Bord zu kommen. Vielflieger können zum Beispiel ihre Bonusmeilen dafür auf den Kopf hauen – wie etwa der Londoner Geschäftsmann Alan Watts. Watts flog in den vergangenen Jahren mehr als 30 Mal über den Atlantik und soll als Anerkennung für so viel Markentreue zu den ersten Tausend Weltraumtouristen gehören.

Gemischte Gefühle dürfte die frohe Kunde aus dem Hause Virgin vor allem bei bisherigen Weltraumtouristen und der russischen Weltraumbehörde auslösen. Die knöpfte Privatreisenden bislang etwas mehr Geld ab – rund 20 Millionen Dollar pro Flug.

Original, Google Cache, archive.org

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