Offenbar erste Hinweise auf Atomtest

Die USA haben nach einem Bericht des Senders CNN erste Beweise dafür, dass Nordkorea tatsächlich wie angegeben am 9. Oktober einen Atomtest unternommen hat. Bei ersten Analysen von Luftproben sei radioaktiver Abfall aufgespürt worden, teilte US-Geheimdienstchef John Negroponte dem US-Nachrichtensender mit. Dieser stehe „im Einklang mit einem nordkoreanischen Nukleartest“. Dem Bericht zufolge wurden die Proben am Mittwoch gesammelt. Die Untersuchungen seien jedoch noch nicht abgeschlossen.

Ein Sprecher der Behörde stellte gegenüber der Nachrichtenagentur dpa klar, dass es sich um keine offizielle Erklärung handele, sondern um einen Entwurf zur internen Information von Kongressmitgliedern, der nicht für die Öffentlichkeit bestimmt gewesen sei. Eine offizielle Verlautbarung sei nicht geplant, da es sich erst um vorläufige Analysen handele.

„Ein nukleares Zischen“

Ein Gewährsmann in Washington sagte der Nachrichtenagentur AP: „Wir gehen davon aus, dass dies der Versuch eines Atomtests war, der gescheitert ist. Wir denken nicht, dass sie versuchten, einen Atomtest vorzutäuschen. Wir denken, dass es ein nukleares Zischen war – ein gescheiterter Versuch.“

Kurz zuvor hatte ein Vertreter des US-Geheimdienstes noch erklärt, die USA hätten bislang keine Hinweise auf radioaktive Strahlung gefunden. Das habe die Auswertung erster Luftproben ergeben, die Flugzeuge am Dienstag in der Nähe Nordkoreas genommen hätten.

Test nur schwer nachzuweisen

Nach Geheimdienstinformationen und geologischen Messungen waren die von der unterirdischen Explosion ausgelösten Erderschütterungen so gering gewesen, dass Zweifel an den nordkoreanischen Angaben über einen Atomtest aufgetaucht waren. So wurde es für möglich gehalten, dass es sich lediglich um die Zündung eines konventionellen Sprengsatzes handelte.

Nach Ansicht des Bundesamtes für Strahlenschutz ist ein solcher Test auch nur schwer nachzuweisen. „Ob der Test ein Bluff war oder nicht, lässt sich mit den Methoden, die wir derzeit zur Verfügung haben, nicht genauer bestimmen“, sagte Bundesamtspräsident Wolfram König der „Süddeutschen Zeitung“. Grund seien Lücken im globalen Messsystem, insbesondere in Asien. Weltweit war allerdings bereits die Ankündigung Nordkoreas, einen solchen Test durchzuführen, als Bedrohung eingestuft worden.

Original, Google Cache, archive.org

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