Geld stinkt doch

Klassische Bildung ist im Leben zumindest dazu gut, ab und zu mal einen lateinischen Spruch zum besten zu geben. Kommt aber nicht immer gut an, wie jeder Asterix-Leser weiß. Dass die alten römischen Sprüche aber nicht unbedingt stimmen, das hat man jetzt auf der Tropeninsel Madagaskar erfahren.

„Pecunia non olet“ – „Geld stinkt nicht“ heißt diese Weisheit. Nachdem der bisherige Franc Malagasy (FM) durch die neue Landeswährung Ariary abgelöst wurde, gab es kurzzeitig Hoffnung auf wirklich saubere Banknoten. Schließlich waren die Ariary-Noten von einem deutschen Spezialunternehmen mit High-Tech „Made in Germany“ gedruckt worden.

Doch offensichtlich sind die Scheine den Gebräuchen in der Heimat von Pfeffer und Vanille nicht gewachsen. Der Grund: Madagaskars Bevölkerung trägt das Bargeld eng am Körper – sicher ist sicher, auch so eine alte Weisheit, wenn auch nicht gerade von den Römern. In Rekordzeit, so klagen die Medien auf der Insel vor Afrikas Südostküste, hätten sich die einst „blütenweißen“ Scheine farblich den schmuddeligen Fetzen der alten Währung angepasst.

Außer Spesen nichts gewesen (Spruch Nummer drei), so das Fazit der Madagassen. Worauf man allerdings dann doch empfindlich reagiert, ist wenn Touristen die verseucht wirkenden „Lappen“ vorsichtig mit spitzen Fingern anfassen – um sie dann in Plastikbeuteln geruchsfest zu verschließen. Andere Länder, andere Sitten (vier) – und darüber sollte man nicht die Nase rümpfen.

Original, Google Cache, archive.org

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