Gespannte Ruhe in der Hauptstadt Dhaka

Nach Verschiebung der Parlamentswahl und Verhängung des Ausnahmezustands in Bangladesch herrscht in der Hauptstadt Dhaka jetzt gespannte Ruhe. An strategisch wichtigen Punkten Dhakas sind Armee und paramilitärische Truppen stationiert.

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Ein Sprecher von Präsident Iajuddin Ahmed sagte, die ursprünglich für den 22. Januar angesetzte Wahl werde erst nach Erstellung neuer und glaubwürdiger Wahllisten abgehalten – so wie von der Opposition gefordert. Einen Termin nannte er nicht.

Vorwurf: Wählerlisten gefälscht

Nach wochenlangen Unruhen sah sich Staatspräsident Ahmed gestern gezwungen, den Notstand zu erklären und eine nächtliche Ausgangssperre über die größeren Städte zu verhängen. Zugleich trat er von seinem Amt als Chef der Übergangsregierung, die die Parlamentswahl vorbereiten sollte, zurück. Neuer Übergangs-Ministerpräsident ist der frühere Zentralbankchef Fakhruddin Ahmed.

Das Oppositionsbündnis unter Führung der Awami-Liga hatte ihm Parteilichkeit vorgeworfen, manipulierte Wahllisten bemängelt und einen Wahlboykott angekündigt.

Aufgrund der Unruhen hatten die Uno und die EU hatten ihre Wahlbeobachter aus dem Land bereits abgezogen. Die Vereinten Nationen erklärten, sie seien über die Zukunft der Demokratie in Bangladesch besorgt.

Nobelpreisträger Yunus erteilt Absage

Nach einem Bericht des Staatsrundfunks übernahm der frühere Richter Fazlul Haque inzwischen kommissarisch den Vorsitz der Übergangsregierung. Der Friedensnobelpreisträger des Jahres 2006, der Ökonom Muhammed Yunus, lehnte das Angebot der Amtsübernahme ab.

Die Übergangsregierung unter Ahmed führt seit Ende Oktober die Amtsgeschäfte in Bagladesch. Bei gewaltsamen Auseinandersetzungen kamen seitdem mindestens 40 Menschen ums Leben, hunderte wurden verletzt. Bangladesch gilt als eines der ärmsten, korruptesten und am dichtesten bevölkerten Länder der Welt.

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