„Kyrill“ fällt mehr als 40 Millionen Bäume

Orkan „Kyrill“ hat in der vergangenen Woche in Deutschland erhebliche Waldschäden angerichtet. Nach Angaben des Deutschen Forstwirtschaftsrates (DFWR) wurden bundesweit fast 20 Millionen Kubikmeter Holz vernichtet. Grob hochgerechnet dürfte das mehr als 40 Millionen Bäumen entsprechen. Insgesamt sei die Forstwirtschaft allerdings noch mit einem „blauen Auge“ davon gekommen, so die Einschätzung des Verbandes. Die Schäden seien nicht mit denen der Stürme „Vivian“ und „Wiebke“ 1990 zu vergleichen.

Siegerland und Sauerland besonders betroffen

Regional betrachtet fällt dieser Vergleich allerdings anders aus, denn anders als 1990 war diesmal vor allem die Mitte Deutschlands betroffen. ln den Wäldern Nordrhein-Westfalens richtete „Kyrill“ den größten dort jemals festgestellten Schaden an. Nach Schätzungen des Landesbetriebs Forst und Holz knickte er in diesem Bundesland 25 Millionen Bäume oder umgerechnet zwölf Millionen Kubikmeter Holz um. Hier waren vor allem das Sauer- und das Siegerland betroffen. Bis zu 600.000 Festmeter Holz sind in Rheinland-Pfalz gefällt worden. Geschädigt wurden insbesondere ältere Fichtenbestände in den Hochlagen von Hunsrück, Eifel und Westerwald.

Viele Fichten im Thüringer Wald gefällt

In den Thüringer Wäldern gibt es nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums rund eine Million Festmeter gebrochenes und geworfenes Holz. Der Schaden könne jedoch noch anwachsen, da einige Gebiete weiterhin nicht zugänglich seien. Am stärksten betroffen seien die Fichtenbestände in den Kammlagen der Gebirge. Die Sturmschäden im sächsischen Wald sind größer als zunächst angenommen. Die bisher geschätzten Verluste von rund einer Million Kubikmeter Holz sind das absolute Minimum, sagte ein Sprecher des Staatsbetriebes Sachsenforst. Besonders schlimm seien die Regionen Südwestsachsen bei Plauen, das Erzgebirge und die Lausitz betroffen.

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Der Nationalpark Harz hat vor allem in Niedersachsen schwere Schäden davon getragen. Betroffen sei die Achse Braunlage-Clausthal-Zellerfeld , sagte der Sprecher des Nationalparks. Der 1142 Meter hohe Brocken habe für die östlich gelegenen Gebiete als „Bremse“ gewirkt. Nach Angaben des Sprechers gibt es aber noch keine vollständige Schadensübersicht.

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Eine Milliarde Schaden für Waldbesitzer

Obwohl das exakte Ausmaß der Schäden noch nicht feststeht, geht man bei der deutschen Forstwirtschaft davon aus, dass „Kyrill“ einen Schaden von rund einer Milliarde Euro angerichtet. Selbst bei stabilen Holzpreisen würden die Waldbesitzer etwa ein Drittel weniger Erlöse für das Sturmholz bekommen, sagte der DFWR-Geschäftsführer Stephan Schütte.

Dennoch sei die Nachfrage der Sägeindustrie nach Holz höher als sonst. Deshalb sei davon auszugehen, dass die Holzmengen innerhalb der nächsten sechs bis acht Monate von den Märkten aufgenommen werden könnten.

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