Uno verurteilt Leugnung des Holocaust

Die Vereinten Nationen haben die Leugnung des Holocaust verurteilt. Die Vollversammlung der 192 Mitgliedsstaaten verabschiedete in New York eine Resolution, in der alle UN-Mitglieder aufgerufen werden, jede Leugnung des Holocaust als historische Tatsache zurückzuweisen und zu ächten. Dies solle dazu beitragen, neue Völkermorde zu verhindern.

Der von 103 Ländern eingebrachte Beschluss wurde ohne Abstimmung per Konsensentscheid gebilligt. Als einziges Land wies Iran die von den USA eingebrachte Entschließung zurück. Irans Gesandter Hossein Gharibi sagte dem Gremium, es gebe nach Ansicht seines Landes keine Rechtfertigung für einen Völkermord, egal welcher Art. Einige Länder, vor allem Israel würden jedoch vergangene Verbrechen als Vorwand nützen, um neue Verbrechen und Völkermord zu begehen.

Israel verwahrt sich gegen Irans Vorwurf

Dies löste einen heftige Reaktion des israelischen UN-Gesandten Dan Gillerman aus. Er warf Iran mit Blick auf dessen Atomprogramm vor, sich derzeit das Potenzial anzueignen, selbst einen Völkermord zu begehen. „Der Präsident Irans sagt: ‚Es gab eigentlich keinen Holocaust – aber falls doch, dann bringen wir ihn zu Ende'“, sagte Gillerman. Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad hatte den Mord an sechs Millionen Juden während des Zweiten Weltkriegs als „Mythos“ und „Märchen“ bezeichnet. Die Islamische Republik hatte zudem vor wenigen Wochen eine Holocaust-Konferenz abgehalten, in der Redner den Völkermord an den Juden in Frage stellten.

Deutschlands UN-Botschafter Thomas Matussek lobte die Resolution als Beweis dafür, dass die Welt bereit sei, ihre „Verantwortung im Kampf gegen Antisemitismus, Rassismus und Intoleranz“ wahrzunehmen. „Die erste und wichtigste Voraussetzung dafür ist, dass wir der Wahrheit ins Gesicht sehen“, sagte Matussek. Der amerikanische UN-Botschafter Alejandro Daniel Wolff sprach von einer „historischen Resolution“, die ein für alle Mal klar mache, dass ein Leugnen des Holocaust, „nicht akzeptabel“ sei.

Im November 2005 hatte die Vollversammlung bereits beschlossen, den 27. Januar zum Gedenktag für die Opfer des Holocaust zu machen. An diesem Tag im Jahre 1945 wurde das Konzentrationslager Auschwitz befreit.

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