Chef des AKW Forsmark tritt zurück

Der Chef des wegen Sicherheitsmängeln in die Kritik geratenen schwedischen Atomkraftwerkes Forsmark, Lars Fagerberg, ist mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Er begründete seine Demission damit, dass er nicht mehr das Vertrauen der Vatenfall-Führung habe. Ein Nachfolger werde bald ernannt, teilte der Energiekonzern mit.

Unmittelbar zuvor hatte Vattenfall die anhaltenden Probleme in Forsmark 190 Kilometer nördlich von Stockholm als „inakzeptabel“ eingestuft. Bei der Bilanzveröffentlichung des auch in Deutschland aktiven Konzerns sagte Vattenfall-Chef Lars Josefsson, er betrachte in den letzten Tagen bekannt gewordene Sicherheitsmängel und die Reaktion der Kraftwerksleitung darauf als „nicht hinnehmbar“.

IAEO schickt Inspektoren nach Forsmark

Den Störfall Ende Juli 2006 im Reaktor 1 des Kraftwerkes nach einem Kurzschluss mit einem Stromausfall bei den Sicherheitssystemen nannte er „einen sehr ernsten Vorfall“. Der Störfall war auf der zweiten von sieben Stufen der Skala für atomare Störfälle (INES) eingestuft worden. Das hatte es in Schweden nie zuvor gegeben. Die Internationale Atomenergiebehörde IAEO werde Inspektoren nach Forsmark schicken, um die Anlage zu untersuchen, teilte Vattenfall mit. Die IAEO hatte zuletzt 1991 einen schwedischen Atomreaktor überprüft.

Unterdessen begann die zuständige Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen den Kraftwerksbetreiber wegen Verdachts auf eine strafbare Verzögerung der Reaktor-Abschaltung im Juli. Der 1981 in Dienst genommene Siedewasserreaktor steht seit vergangener Woche wegen einer defekten Gummidichtung an der äußeren Reaktorwand erneut für unbestimmte Zeit still. Vorstand und Aufsichtsrat seien nun dabei, Konsequenzen zu ziehen. Er glaube aber nicht, dass die Debatte um Forsmark große Auswirkungen auf die Debatte um den Ausbau der Atomkraft haben werde, sagte Josefsson.

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