Donald Klein ist wieder in Deutschland

Der Deutsche Donald Klein ist nach 15 Monaten iranischer Haft wieder in Deutschland. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes landete der 53-jährige in Frankfurt am Main. Seine Familie nahm ihn dort in Empfang. Der Mann aus dem pfälzischen Lambsheim war während eines Urlaubs am 29. November 2005 in Haft genommen worden, weil er während einer Angeltour mit einem französischen Skipper angeblich in iranisches Sperrgebiet geraten war. Beide wurden schließlich wegen illegalen Grenzübertritts zu 18 Monaten Haft verurteilt. Das Auswärtige Amt hatte sich seitdem um die Freilassung Kleins bemüht.

Beck: „Es ist kein Geld geflossen“

Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck betonte, Deutschland habe sich für die Freilassung nicht unter Druck setzen lassen. Der SPD-Politiker sagte, im Gegenzug für die Freilassung des Pfälzers sei „niemand freigekommen, der verbrecherische Taten begangen“ habe. Iran hatte bei früheren Verhandlungen gefordert, den wegen des Berliner „Mykonos“-Attentats mit vier Toten von 1992 in Deutschland zu lebenslanger Haft verurteilten Attentäter Kazem Darabi freizulassen, dieses Ansinnen später aber offenbar wieder fallen lassen. „Es ist meines Wissens kein Geld geflossen. Es hat viele Bemühungen gegeben, die alle seriös sind“, betonte Beck.

Genscher vermittelte bei Freilassung

Der ehemalige Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher hatte bei den Bemühungen um die Freilassung Kleins vermittelt. Sein Büro bestätigte eine entsprechende Meldung der „Süddeutschen Zeitung“. Dem Bericht zufolge hielt sich Genscher auf Einladung seines früheren Kollegen Ali Akbar Welajati am 5. und 6. März in Teheran auf. Welajati arbeitet heute als außenpolitischer Berater des geistlichen Führers Ayatollah Chamenei. Während seiner Reise, die eng mit dem Auswärtigen Amt abgestimmt war, überbrachte Genscher einen Brief von Außenminister Frank-Walter Steinmeier mit dem Appell, Klein freizulassen

Anwalt dankt für „außergewöhnlichen Einsatz“ der Politik

Kleins im südhessischen Bensheim ansässiger Anwalt Kübler zeigte sich mit der Unterstützung der Bundesregierung bei den Bemühungen um eine Haftentlassung seines Mandaten hoch zufrieden. Kübler sagte, die Freilassung sei nicht mehr überraschend gekommen, sie habe sich bereits in den letzten Tagen abgezeichnet. Er nannte den Einsatz der Bundesregierung und auch von Bundespräsident Horst Köhler für seinen Mandanten „außergewöhnlich“. Für die Entscheidung der iranischen Seite zur Freilassung Kleins hätten sicher auch politische Überlegungen eine Rolle gespielt. Ob Klein nach seiner Rückkehr gleich nach Hause komme, erst ärztlich untersucht werde oder sich an einem abgeschirmten Ort erholen werde, hänge letztlich von dessen eigenen Wünschen ab, betonte Kübler.

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