Täter studierte an Virginia Tech

Der Amokläufer, der gestern auf dem Campus der Technischen Universität von Blacksburg im US-Bundesstaat Virginia 32 Menschen erschossen hat, war dort als Student eingeschrieben. Das bestätigte der Präsident der Hochschule, Charles Seeger. Demnach hat der Täter selbst in dem Wohnheim gelebt, in dem zwei Menschen ums Leben kamen.

Zuvor hatte es in Augenzeugenberichten geheißen, dass der Schütze ein junger Mann asiatischer Abstammung gewesen sei. Auch dies bestätigte Steger; den Namen des Amokläufers gab er indes nicht bekannt.

Unklar ist auch, welche möglichen Motive der Schütze hatte. Nach Angaben der Polizei soll es sich bei dem Schützen um einen Einzeltäter handeln. Er hatte gestern am Morgen (Ortszeit) zunächst in seinem Studentenwohnheim um sich geschossen und dabei eine Studentin und einen Studenten getötet.

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Drei Verletzte noch in kritischem Zustand

Etwa zwei Stunden später erschoss er in einem Gebäude mit Vorlesungsräumen 30 Menschen und tötete sich anschließend selbst. Mehrere Menschen wurden schwer verletzt, mindestens drei befinden sich noch in kritischem Zustand. Ob es sich in beiden Fällen tatsächlich – wie zunächst angenommen – um denselben Schützen handelte, werde derzeit noch untersucht, so der Polizeichef der Universität, Wendell Flinchum. Unter den Opfern sind nach Angaben des Auswärtigen Amtes in Berlin keine Deutschen.

Augenzeugen berichteten, dass der Schütze in dem Hörsaalgebäude schweigend von einem Raum zum anderen ging und während der laufenden Vorlesungen wahllos um sich schoss. Eine Studentin sagte, dass der Amokläufer erst einem Hochschullehrer in den Kopf geschossen und dann auf die rund 15 Studenten gefeuert habe. Der Professor soll sich dem Täter in den Weg gestellt haben, um seine Studenten zu schützen. Unter den Toten war noch ein weiterer Professor. Die Übrigen waren Studenten.

Der Amokläufer trug nach Angaben der Polizei zwei Waffen bei sich. Er hatte außerdem zwei Eingangstüren zum Vorlesungsgebäude von innen mit Ketten verriegelt. Angesichts von Panik und Chaos sprangen Studenten aus Fenstern, um ihr Leben zu retten.

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Mehrere hundert Studenten gedachten am Abend auf dem Campus der Opfer. Sie äußerten massive Kritik, weil die Universitätsleitung sie über zwei Stunden lang über die erste Schießerei im Unklaren ließ und den Campus nicht abriegelte. Der Leiter der Campus-Polizei rechtfertigte das Vorgehen damit, dass man die erste Schießerei für einen „Einzelfall“ gehalten habe und deshalb davon ausgegangen sei, dass eine Schließung des Campus nicht nötig sei.

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Verschärfung der Waffengesetze kein Thema für Bush

Der Amoklauf ist in der Geschichte der USA ohne Beispiel. US-Präsident George W. Bush reagierte mit Abscheu und Entsetzen auf die Bluttat und bot seine Gebete für die Opfer an. An eine Verschärfung der Waffengesetze – die in den USA immer wieder diskutiert wird – denkt er aber offenbar nicht. Seine Sprecherin Dana Perino sagte: „Der Präsident glaubt, dass Menschen ein Recht haben, Waffen zu tragen, aber dass alle Gesetze befolgt werden müssen.“

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