Forscher entdecken nahe Jerusalem Grab des Herodes

Israelische Archäologen haben eigenen Angaben zufolge südlich von Jerusalem das Grab von König Herodes entdeckt. Die Stätte liege im nordöstlichen Teil des Festungspalastes Herodium, sagte der Forschungsleiter Ehud Netzer von der Hebräischen Universität Jerusalem. Die Wissenschaftler stützen sich auf die Rekonstruktion des Beerdigungszuges und den Fund von Teilen eines Sarkophages. „Wir haben das Grab des Herodes am Herodium gefunden“, sagte Netzer.

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Auf dem 750 Meter hohen Berg Herodium, etwa zwölf Kilometer südlich von Jerusalem, habe man die Reste eines prachtvollen Sarkophages entdeckt, welcher einst den Leichnam des Königs enthielt, sagte Netzer weiter. Aufgrund des Fundorts und des „einzigartigen Charakters des Fundes“ bestehe kein Zweifel, dass es sich um Herodes‘ Grab handele.

Netzer und seine Kollegen hatten drei Jahrzehnte lang nach dem Grab des einstigen Herrschers von Judäa gesucht. Archäologen vermuteten bereits seit längerem, dass Herodes in dem von ihm errichteten Palast auf dem künstlich aufgeschütteten Herodion-Berg bestattet wurde. Der König hatte den Palast vor mehr als 2000 Jahren anlegen lassen.

Herodes regierte Judäa als von Rom eingesetzter „König der Juden“ von 37 vor Christus bis 4 vor vor Christus. Nach biblischer Überlieferung ließ er nach der Geburt Jesu aus Angst vor einem Konkurrenten, den der Prophet Micha im Alten Testament als Messias angekündigt hatte, alle Knaben bis zum Alter von zwei Jahren in Bethlehem töten. Historiker zweifeln jedoch an der Richtigkeit dieser Version.

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Die Entdeckung droht auch die politischen Spannungen zwischen Israelis und Palästinensern zu verschärfen, da der Fundort im besetzten Westjordanland liegt. Nach der Pressekonferenz der Archäologen meldete sich ein Sprecher der nahe Herodion gelegenen jüdischen Siedlung Gusch Ezion im Armeerundfunk zu Wort. Der Fund sei ein „neuer Beweis“ für die Bindung zwischen Gusch Ezion, dem jüdischen Volk und Jerusalem, sagte Schaul Goldstein.

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Original, Google Cache, archive.org

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