Freispruch für Betreiber von Musikwebsite allofmp3

Der frühere Betreiber der Musikwebsite allofmp3 ist von einem Moskauer Gericht freigesprochen worden. Die seinerzeit populäre Website habe nicht gegen Urheberrechte verstoßen, entschied die Richterin. allofmp3 bot kostenpflichtige Downloads zum Billigtarif an, bis sie auf Druck der US-Behörden im Juli geschlossen wurde.

Der Prozess gegen Denis Kwasow, Inhaber des Unternehmens Media Services, war von den Musikkonzernen EMI aus Großbritannien und NBC Universal sowie Time Warner aus den USA angestoßen worden. Kwasow hatte argumentiert, dass die Rechte durch Zahlungen an den russischen Rechteverwerter ROMS, der wiederum das Geld an die Urheber weiterleitet, ausreichend abgegolten waren.

allofmp3 Thema in WTO-Gesprächen

Das Verfahren galt als wichtiger Test für die Bereitschaft Russlands, gegen Produktpiraterie vorzugehen. Die Internetseite hatte sich zu einem Streitpunkt zwischen den USA und der Regierung in Moskau in den Gesprächen über einen Beitritt Russlands zur Welthandelsorganisation WTO entwickelt. Ein Vertreter des internationalen Verbandes der Phonoindustrie IFPI, der in diesem Fall die Rechteinhaber vertritt, kündigte Berufung gegen das Urteil an.

Seit der Schließung von allofmp3 sind allerdings andere russische Download-Sites beliebt geworden – eine von ihnen gehört auch Media Services.

Original, Google Cache, archive.org

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