Feuer kurz vor antiker Stätte von Olympia

Die verheerenden Waldbrände in Griechenland haben mittlerweile die Hälfte des Landes erfasst, so ein Feuerwehrsprecher. Auch die antiken Stätte von Olympia auf Peloponnes sind von den Flammen bedroht. Verzweifelte Bewohner der umliegenden Dörfer baten bei Fernsehstationen um Hilfe. Tausende Feuerwehrleute und Soldaten sind derzeit im Einsatz, auch internationale Hilfe ist angelaufen. Bisher kamen bei den Bränden mindestens 50 Menschen ums Leben.

Von Thomas Bormann, ARD-Hörfunkstudio Istanbul

Tausende Griechen haben die vergangene Nacht in Zelten verbracht. Die Armee hat Notunterkünfte für Flüchtlinge und Obdachlose aufgebaut. Der Nachthimmel über der Halbinsel Peloponnes war wegen der zahlreichen Waldbrände gelb-rot erleuchtet. In der Luft hängt der Geruch von Rauch und Qualm.

Die Feuer sind noch längst nicht unter Kontrolle. Die griechische Regierung rief daraufhin den Notstand aus. In einer Fernsehansprache wandte sich Ministerpräsident Kostas Karamanlis an das Volk und sagte, das Land durchlebe derzeit eine furchtbare Tragödie: „Griechinnen und Griechen! Unser Land befindet sich in einem Alarmzustand. Ich fordere jeden Bürger auf, alles zu tun, was in seinen Kräften steht, um an diesem Kampf gegen die Flammen teilzunehmen.“

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Evakuierungen am Stadtrand von Athen

In der Nacht brannte es auch wieder im Großraum Athen. Der Vize-Bürgermeister von Kalyvia fürchtet um seine Stadt: „Ich habe den Leuten am Stadtrand gesagt: Verlasst Eure Häuser. Es ist gefährlich. Wir haben in der Nacht das Rathaus geöffnet als Notunterkunft. Sagen Sie’s auch den Nachbarn. Die Leute am Stadtrand müssen raus.“

Mehr als 30 Tote in Zacharo

Die Feuerwehren tun alles, um bewohnte Gebiete zu schützen, damit sich nicht eine solche Tragödie wie in der Nacht zum Freitag wiederholt, als nahe der Kleinstadt Zacharo auf der Halbinsel Peloponnes mehr als 30 Menschen starben. Ministerpräsident Karamanlis erinnerte in seiner Ansprache an die Opfer: „Ich empfinde tiefen Schmerz für die Toten. Ich empfinde tiefen Schmerz für die Mutter, die in den Flammen umgekommen ist und dabei ihre ebenfalls umgekommen Kinder umarmte.“

Die Mutter, die zusammen mit ihren vier Kindern in der Flammenhölle von Zacharo starb – gleichsam das Sinnbild für Opfer der Brände.

Und die Brände hören nicht auf. Die ganze Nacht hindurch sendete das Fernsehen Reportagen von der Feuerfront, wie etwa nahe Kalamata auf der Halbinsel Peloponnes: „Da oben in den Dörfern Potamia und Leontari sind Häuser ausgebrannt. Es ist eine Tragödie, die kein Ende hat, die nie aufhört.“

Internationale Hilfe trifft ein

Mittlerweile sind die ersten Löschflugzeuge aus Frankreich eingetroffen. Auch drei Hubschrauber aus Deutschland sollen heute zum Einsatz kommen und die griechischen Feuerwehren verstärken. Aber es wird noch Tage dauern, bis all die Brände gelöscht sind. Der Boden ist ausgetrocknet und die Hitze mit Temperaturen bis 40 Grad dauert an. Zum aber ist der Wind deutlich schwächer geworden, so dass die Feuer nicht mehr so stark angefacht werden. Das gibt den Feuerwehren die Chance, endlich die Brände unter Kontrolle zu bekommen.

Mehr zu den Waldbränden in Griechenland sehen Sie heute Abend auch im Weltspiegel im Ersten, um 19.20 Uhr.

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