„Konvertiten nicht unter Generalverdacht stellen“

Vor Hysterie bei der Überwachung von Konvertiten hat die Bischöfin der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover, Margot Käßmann, gewarnt. Sie kritisierte in der „Hessischen / Niedersächsischen Allgemeinen“ (HNA) einen Vorstoß von Bayerns Innenminister Günther Beckstein (CSU), der eine Überwachung von Religionsübertritten vorgeschlagen hatte. Oft seien zwar diejenigen, die konvertiert seien, die vehementesten Verfechter der neuen Religion. Das gebe es aber auch im Christentum.

„Deshalb denke ich, Religionsfreiheit heißt auch, dass das Konvertieren an sich keinesfalls sofort unter Verdacht gestellt werden darf – bei aller Angst, die ich verstehe!“ Ansonsten müsse auch akzeptiert werden, dass in anderen Ländern eben jeder Mensch, der zum Christentum konvertiert, unter Verdacht stehe.

Beckstein fordert Überwachung

Nach der Festnahme zweier deutscher Konvertiten als mutmaßliche Terroristen hatte Beckstein gestern dafür plädiert, Menschen, die zum Islam übertreten, künftig in bestimmten Fällen überwachen zu lassen. Konvertiten neigten „eindeutig dazu, sich durch besonderen Fanatismus der neuen Religion als würdig erweisen zu wollen“, sagte Beckstein dem „Handelsblatt“. Wenn die Sicherheitsbehörden von einem Übertritt erführen, sollten sie feststellen, „ob es sich um eine liberale und humane Richtung des Islam handelt oder um eine islamistische“, sagte der designierte bayerische Ministerpräsident.

Hirschmann: Konvertiten neigen oft zum Fanatismus

Nach Einschätzung des Terrorismusexperten Kai Hirschmann geht gerade von zum Islam übergetretenen Menschen eine besondere Gefahr aus: Diese Konvertiten zeichneten sich oftmals durch einen besonderen Fanatismus und somit durch eine besondere Gefährlichkeit aus, sagte er im Interview mit tagesschau.de. Zudem versuchten Islamisten inzwischen – auch aus strategischen Gründen -, Menschen aus allen Bereichen der Gesellschaft für ihre Ideologie zu gewinnen.

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