Reporter nach drei Jahren Haft entlassen

Ein chinesischer Mitarbeiter der „New York Times“ ist nach drei Jahren Haft entlassen worden. Freunde und Verwandte begrüßten den Reporter Zhao Yan bei seiner Entlassung aus einem Gefängnis in Peking. „Diese drei Jahre habe ich meine Familie sehr vermisst“, erklärte Zhao. Er freue sich besonders auf seine Großmutter, die nun schon mehr als 100 Jahre alt sei.

Zhao war 2004 verhaftet worden, nachdem die „New York Times“ über den bevorstehenden Rücktritt des ehemaligen Staatspräsidenten Jiang Zemin als oberster Militärbefehlshaber berichtet hatte. Richter in Peking verhängten 2006 eine dreijährige Haftstrafe wegen Betrugs gegen den Recherchehelfer, der an dem von der chinesischen Führung scharf kritisierten Artikel mitgearbeitet hatte. Der schwerer wiegende Vorwurf des Verrats von Staatsgeheimnissen wurde jedoch fallengelassen. Sonst hätte Zhao die Todesstrafe gedroht.

Vor seinem Eintritt in die Pekinger Redaktion der „New York Times“ war Zhao als investigativer Reporter für chinesische Medien tätig und schrieb mehrere Artikel über Korruption und Amtsmissbrauch in der Provinz. Sein Fall zog internationale Aufmerksamkeit auf sich. Auch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hatte sich für Zhao eingesetzt.

Original, Google Cache, archive.org

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