Nato-Eingreiftruppe offenbar nur im Mini-Format

Die schnelle Eingreiftruppe der Nato hat offenbar mit massiven Personal- und Materialmangel zu kämpfen. Die USA und die meisten Mitglieder der Militärbündnisses hielten ihre Zusagen nicht ein, berichtet der „Spiegel“. Deshalb gebe die Nato ihr Renommierprojekt auf, für Einsätze in aller Welt ständig rund 25.000 Soldaten nebst Flugzeugen, Schiffen und sonstigem Kriegsgerät in ständiger Bereitschaft zu halten. Dies sei das Ergebnis einer Krisensitzung der Nato-Generalstabschef im kanadischen Victoria, heißt es in dem Nachrichtenmagazin weiter.

Nur noch verkleinerte Kerntruppe geplant

Statt der bis Ende 2007 angepeilten Sollstärke von 25.000 Soldaten sollten nun künftig nur noch wenige Kampftruppen, Fernmelder und Nachschubeinheiten für militärische Krisen überall auf der Welt abmarschbereit gehalten werden, so der „Spiegel“. Die verkleinerte Kerntruppe solle je nach Bedarf mit weiteren Einheiten verstärkt werden können. Wie viele Soldaten in ständiger Einsatzbereitschaft gehalten werden sollten, sei noch unklar. Die politische Zustimmung für die Pläne der Generalstabschef solle auf dem Nato-Gipfel von Bukarest im kommenden Jahr gegeben werden, heißt es weiter.

Die schnelle Eingreiftruppe, die offiziell „Nato Response Force“ (NPF) genannt wird, sollte den Nato-Anspruch als globale Sicherheitsorganisation unterstreichen. Innerhalb von fünf Tagen sollten die Soldaten an jeden Ort der Welt verlegt werden und dort bis zu 30 Tage lang autark im Einsatz bleiben können.

Schneller Beschluss eines US-Vorschlags

Die Initiative für die Truppe ging im September 2002 von dem damaligen US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld aus. Bereits im November desselben Jahres beschloss der Nato-Gipfel in Prag den Aufbau der NRF. Vier Jahre später, im November 2006, verkündete Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer auf dem Nato-Gipfel in Riga die Einsatzbereitschaft der NRF. Bereits damals waren Zweifel aufgekommen, dass die Eingreiftruppe im vollen Umfang verfügbar sei. Deutschland stellt nach Angaben von Verteidigungsminister Franz Josef Jung 5600 Bundeswehr-Soldaten für die „Nato Response Force“.

Original, Google Cache, archive.org

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter tagesschau.de abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.