Straßenschlachten in Bern

In der Schweiz wird in zwei Wochen gewählt – eigentlich kaum Grund zur Aufregung, regieren doch alle größeren Parteien dort seit Jahrzehnten – recht einträchtig – gemeinsam. Nun allerdings hat das ein Ende. Denn laut Umfragen liegt die „nationalkonservative Schweizerische Volkspartei“ (SVP) vorn – und ihr wird vorgeworfen, einen rassistischen Wahlkampf zu machen.

Eine Demonstration mehrerer Hundert linksautonomer Gruppen gegen eine SVP-Demonstration in Bern entwickelte sich am Samstag zu einer Straßenschlacht. Die maskierten Autonomen stoppten mit Gewalt den Umzug, an dem etwa 10.000 SVP-Anhänger teilnahmen, und randalierten dann auf dem Bundesplatz. Die Polizei setzte daraufhin Tränengas ein. 18 Polizisten und drei Demonstranten wurden nach Angaben eines Polizeisprechers verletzt. 42 Menschen wurden festgenommen. Ein parallel veranstaltetes „Fest gegen Rassismus“ mit etwa 3000 Teilnehmern blieb dagegen friedlich. Linksgerichtete Gruppen hatten zu Protesten gegen die SVP aufgerufen, die sich in den vergangenen Monaten für einen harten Kurs gegen Immigranten eingesetzt hat.

Die SVP gilt als Favoritin bei der Nationalratswahl am 21. Oktober. Ihr gegen Einwanderung gerichtetes und von Kritikern als islamfeindlich bezeichnetes Programm polarisiert jedoch die üblicherweise auf Konsens bedachte Schweizer Politik. Der UN-Sonderberichterstatter für den Kampf gegen Rassismus hat der Partei vorgeworfen, bewusst Ausländerfeindlichkeit zu schüren.

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