Nobelpreis für Medizin an Genforscher

Der Nobelpreis für Medizin geht in diesem Jahr an die drei Wissenschaftler Martin Evans, Mario Capecchi und Oliver Smithies. Sie erhalten die Auszeichnung für „bahnbrechende Entdeckungen“ im Bereich embryonaler Stammzellen und der DNA-Rekombination bei Säugetieren. Ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse sind Grundlage des sogenannten Gene-Targeting bei Mäusen. Mit dieser Technik können Mäuse mit Mutationen in jedem beliebigen Gen gezüchtet werden. Das erlaubt Wissenschaftlern Rückschlüsse auf Krankheiten beim Menschen. Sowohl die Entwicklung von Herzkrankheiten als auch Diabetes oder Krebsleiden können so besser verstanden werden.

Das Nobelpreiskomitee erklärte, dass die Errungenschaften der Wissenschaftler dabei geholfen hätten, „zahlreiche Gene der embryonalen Entwicklung, der Physiologie von Erwachsenen, des Alterns und von Krankheiten besser zu verstehen.“

Bereits mit Lasker-Preis prämiert

2001 haben Evans, Capecchi und Smithies dafür bereits den renommierten Lasker-Preis erhalten. Smithies lehrt und forscht an der Universität von North Carolina in USA, Capecchi an der Universität von Utah und Evans an der Universität Cardiff in Großbritannien.

Der Medizinnobelpreis, die höchste wissenschaftliche Auszeichnung für Mediziner, ist in diesem Jahr mit umgerechnet 1,1 Millionen Euro (10 Millionen schwedischen Kronen) dotiert. Im vergangenen Jahr waren die US-Wissenschaftler Andrew Fire und Craig Mello für ihre Entdeckung der so genannten RNA-Interferenz, die in einem Organismus für das Ausschalten einzelner Gene verantwortlich ist, damit geehrt worden.

In dieser Woche werden nacheinander auch die Preisträger der anderen vom schwedischen Industriellen Alfred Nobel gestifteten Ehrungen auf den Gebieten Physik, Chemie, Literatur und Frieden bekannt gegeben.

Am 15. Oktober wird der Empfänger des erst später gestifteten Wirtschaftsnobelpreises veröffentlicht; diese Auszeichnung wurde 1968 von der Schwedischen Reichsbank im Einvernehmsen mit der Nobel-Stiftung geschaffen. Die Preisverleihung erfolgt jährlich am 10. Dezember, Nobels Todestag.

Original, Google Cache, archive.org

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