Bis zu vier Millionen Chinesen sollen Wohnungen verlieren

Der Drei-Schluchten-Staudamm in China ist hoch umstritten, zuletzt nicht deswegen, weil wegen des Mammut-Projekts viele Menschen zwangsumgesiedelt werden sollen. Und das werden jetzt wohl noch wesentlich mehr werden als bisher bekannt: Bis zu vier Millionen weitere Anwohner werden in den kommenden Jahren betroffen sein, berichtete die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua. Sie kämen zu den 1,4 Millionen Menschen hinzu, die für das ehrgeizige Großprojekt bislang ihre Wohnungen verloren haben.

Einem Zeitungsbericht zufolge werden bis zum Jahr 2020 rund 2,3 Millionen Menschen in Städte umgesiedelt. Darunter seien auch Familien, die dem Staudamm schon einmal hätten weichen müssen, schrieb die Zeitung „21 Shiji Jingji Baodao“. Die Stadtverwaltung von Chongqing veröffentlichte bereits auf ihrer Website Grundzüge des Umsiedlungsplans. Demnach werde die städtische Bevölkerung in der Region zwischen 2010 und 2020 um vier Millionen anwachsen.

Peking führt ökologische Bedenken an

Grund für die Umsiedlung sind den Angaben aus Chongqing zufolge ökologische Bedenken. Ein Grüngürtel am Rand des Stausees solle Verschmutzung und weitere Erosion verhindern. Die Regierung in Peking hatte im September eingestanden, dass Umweltprobleme wie Erosion und Überflutungen zu einer Katastrophe führen könnten.

Der Drei-Schluchten-Staudamm, der seit 2005 teilweise und ab 2009 vollständig betrieben wird, ist das weltweit größte Wasserkraftwerk und Aushängeschild der chinesischen Regierung. 1,4 Millionen Menschen wurden für das 23,6 Milliarden Dollar (16,7 Milliarden Euro) teure Projekt bereits zwangsweise umgesiedelt. Die Bauarbeiten begannen 1993 trotz Protesten gegen die Zwangsumsiedlung und die Zerstörung der Umwelt im Yangtse-Tal.

Original, Google Cache, archive.org

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