Hilfe für die Opfer läuft an

Nach dem schweren Wirbelsturm Sidr in Bangladesh ist die internationale Hilfe angelaufen. Überlebende des Wirbelsturms wurden aus der Luft und von See mit dringend benötigter Hilfe versorgt. Militärhubschrauber und Schiffe der Marine unterstützten den Einsatz der internationalen Hilfsorganisationen und warfen Lebensmittel, Wasser und Medikamente über dem Katastrophengebiet ab.

„Unsere Mitarbeiter haben mit der Verteilung von Hilfsgütern für etwa 100.000 Menschen begonnen“, sagte Vince Edwards von der Hilfsorganisation World Vision in Bangladesch. Viele Gebiete seien aber noch nicht erreichbar, weil die Zufahrtswege durch umgestürzte Bäume blockiert seien.

Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen brachte nach eigenen Angaben genügend Lebensmittel ins Katastrophengebiet, um 400.000 Menschen für drei Tage ernähren zu können. Die Europäische Union hat 1,5 Million Euro Soforthilfe bereitgestellt, weitere 200.000 Euro steuert Deutschland bei. Der EU-Kommissar für humanitäre Hilfe, Louis Michel, sprach von einer „großen Tragödie“, unter der Hunderttausende Menschen litten.

Hunderte Fischer werden noch vermisst

Die Behörden gaben die Zahl der Toten am Abend (Ortszeit) mit fast 2200 an – Hilfsorganisationen befürchten allerdings, dass noch wesentlich mehr Menschen umgekommen sein könnten. Es sind nicht nur viele Dörfer von der Außenwelt abgeschnitten, nach wie vor werden auch hunderte Fischer vermisst. Bei dem Sturm wurden mehr als 5000 Menschen verletzt, Hunderttausende sind obdachlos.

Die meisten Todesopfer gab es nach Behördenangaben im Küstenbezirk Patuakhali-Barisal im Süden des Landes. dort wurden bisher allein 450 Tote gefunden. Doch auch in der Hauptstadt Dhaka, knapp 200 Kilometer von der Küste entfernt, seien durch den Sturm noch elf Menschen ums Leben gekommen. 500 weitere wurden dort verletzt. Für die kommenden Tage sagten Meteorologen schwere Regenfällen für das Katastrophengebiet voraus.

Wind und Flutwellen zerstören Häuser

Der Zyklon hatte das südasiatische Land am Donnerstag mit Windgeschwindigkeiten von 250 Kilometern in der Stunde erreicht. Er verursachte eine fünf Meter hohe Welle, die drei Küstenorte verwüstete. Die meisten Menschen starben allerdings durch die starken Windböen, die Geschwindigkeiten von bis zu 200 Stundenkilometer erreichten. Wie Unicef-Landesdirektor Louis-Georges Arsenault dem ARD-Hörfunkstudio Südasien berichtete, hätten viele Häuser diesen Stürmen nicht standgehalten.

Bangladesch, das zu den ärmsten Ländern der Welt gehört, wird immer wieder von schweren Überschwemmungen und Wirbelstürmen heimgesucht. 1991 kamen bei einem Sturm rund 140.000 Menschen ums Leben. Dieses Mal waren die Behörden nach UN-Auskunft besser vorbereitet und brachten eine Million Menschen rechtzeitig in Sicherheit. Zudem traf Sidr nahe der indischen Grenze in einer Region an Land, die verhältnismäßig dünn besiedelt ist.

Original, Google Cache, archive.org

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