Razzia in Privatwohnungen von Ex-IKB-Vorständen

Im Zusammenhang mit der Krise der angeschlagenen Mittelstandsbank IKB hat die ermittelnde Staatsanwaltschaft ihre Untersuchungen ausgeweitet. Unter anderem seien die Privatwohnungen des Ex-IKB-Chefs Stefan Ortseifen und die des amtierenden Personal- und Risikochefs Claus Momburg durchsucht worden, sagte Oberstaatsanwalt Arno Neukirchen. Zudem wurden die Wohnungen von drei weiteren ehemaligen IKB-Vorständen inspiziert. Bis auf Momburg mussten alle IKB-Vorstandsmitglieder wegen der Krise gehen. Unterlagen wurden beschlagnahmt, die nun ausgewertet werden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Untreue und des
Verstoßes gegen das Aktiengesetz

Steinbrück: IKB-Verkauf soll forciert werden

Nach einer Krisensitzung des Verwaltungsrats der staatlichen KfW-Bankgruppe erklärte der Chef des Gremiums, Finanzminister Peer Steinbrück (SPD), dass der Verkauf der IKB rasch vorangetrieben werden soll. Der Verwaltungsrat sei klar dafür, dass die Mittelstandsbank IKB am Markt gehalten und nicht geschlossen werden solle. Auch wenn die Verkaufsgespräche für den 38-Prozent-Anteil der IKB „so zügig wie irgendmöglich“ geführt werden sollen, soll „ein guter Preis erzielt werden“, sagte Steinbück weiter. Es gebe keinen Mangel an Interessenten. Es müssten aber die Voraussetzungen für einen Verkauf geschaffen werden. Die wichtigste sei die Vorlage eines testierten Halbjahresabschlusses.

Finanzspritze von 350 Millionen Euro

Die IKB hatte sich mit riskanten Kreditgeschäften auf dem US-Immobilienmarkt verspekuliert und ist in Schieflage geraten. Die staatliche KfW als Hauptaktionärin der Düsseldorfer IKB übernahm bereits Risiken von 4,8 Milliarden Euro. Am Donnerstag hatte sich ein Pool mehrerer Banken unter Federführung der KfW nach zähen Verhandlungen zudem auf eine zusätzliche Finanzspritze von 350 Millionen Euro an die IKB verständigt. Nach Angaben von Steinbrück trägt die KfW davon 150 Millionen Euro, den Rest andere Banken.

Steinbrück zufolge soll es künftig bei der KfW einen Präsidial- sowie einen Prüfungsausschuss geben, um so „auch in diesen zugespitzten Zeiten beratungsfähiger zu sein“. Einen entsprechenden Vorschlag werde er dem KfW-Verwaltungsrat am 10. Dezember vorlegen.

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