Fast 150 Flüchtlinge ertrunken

Bei mehreren Schiffsunglücken sind am Wochenende im Mittelmeer und im Atlantik möglicherweise fast 150 Flüchtlinge ums Leben gekommen. Allein vor der türkischen Küste ertranken nach Behördenangaben mindestens 51 Menschen, zahlreiche weitere werden vermisst. Im Atlantik vor Marokko sind mindestens 50 Menschen verschollen, die die Kanarischen Inseln erreichen wollten. Bei einem weiteren Unglück starben laut Polizei rund 40 Afrikaner vor dem Senegal, die ebenfalls auf dem Weg zu den Kanaren waren.

Schlechtes Wetter im Mittelmeer

Das vor der türkischen Küste verunglückte Schiff, das bis zu 85 Menschen an Bord hatte, sei in der Nacht zum Sonntag wegen schlechten Wetters im Mittelmeer gesunken, sagte ein türkischer Behördensprecher. Sechs Überlebende seien gerettet worden, darunter zwei Palästinenser. Sie seien ins Krankenhaus gebracht worden. An Bord des 15 Meter langen Boots seien vermutlich Palästinenser, Somalier und Iraker gewesen. Die Türkei ist eines der bedeutendsten Durchgangsländer für Schlepper und Menschenhändler, die Flüchtlinge aus Asien und Afrika nach Europa bringen.

Nicht genügend Wasser an Bord

Vor dem Senegal lief am Samstag ein Boot auf Grund. Es war Ende November mit 130 Menschen an Bord gestartet. Die rund 90 Überlebenden berichteten nach Angaben eines Polizeisprechers, 40 Menschen seien während der Fahrt ums Leben gekommen. „Wir hatten nicht genügend zu essen und zu trinken“, sagte ein Nigerianer. „Nach sieben Tagen war nichts mehr übrig.“ Die Flüchtlinge stammten hauptsächlich aus dem Senegal und aus Gambia. Warum das Schiff sank, ist noch unklar.

Ein in Mauretanien gestartetes Boot sank ebenfalls am Samstag bei schlechtem Wetter im Atlantik. Mindestens 50 Menschen, die auf die Kanaren wollten, werden vermisst. Ein marokkanisches Fischerboot alarmierte die Marine des Landes, die daraufhin sechs Menschen retten konnte. Die Suche nach Überlebenden gehe weiter, teilten die Behörden mit.

Schon mehr als 1100 Flüchtlingen gestorben

Im Oktober hatte ein in Italien ansässiges Beobachterorganisation erklärt, in diesem Jahr hätten bereits knapp 1100 Menschen ihr Leben bei dem Versuch gelassen, in die Europäische Union zu gelangen. Seit dem Jahr 1988 seien insgesamt 10.335 Menschen dabei gestorben.

Original, Google Cache, archive.org

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