Immer mehr Deutsche mit zusätzlichem Nebenjob

Die Zahl der Arbeitnehmer, die zusätzlich zu ihrem Hauptjob noch eine Nebentätigkeit ausüben, ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Sie nahm seit 2003 bundesweit um 61 Prozent oder 800.000 auf 2,1 Millionen Menschen zu.

Laut einer Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, einer Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, stieg der Anteil der Mehrfachbeschäftigten deutlich an. Neben den Arbeitnehmern, die einen sozialversicherungspflichtigen Job und einen Minijob kombinieren, verdienen 10 Prozent der Mehrfachbeschäftigten ihren Lebensunterhalt mit mehreren Minijobs parallel. Dies betrifft vor allem Regionen in Ostdeutschland.

Mehrfachbeschäftigung vor allem in Süddeutschland

Die räumliche Verteilung der Mehrfachbeschäftigung spiegelt häufig die regionale Arbeitsmarktlage wider. In Regionen mit günstiger Beschäftigungssituation, wie in Baden-Württemberg und Südbayern wird häufiger mehrfach gearbeitet. Wo die Lage auf dem Arbeitsmarkt relativ entspannt ist, gibt es auch mehr Möglichkeiten, ein Hauptbeschäftigungsverhältnis durch einen Zusatzjob aufzustocken. In strukturschwachen Regionen wird die Mehrfachbeschäftigung dagegen häufig genutzt, wenn ein Arbeitsverhältnis allein für den Lebensunterhalt nicht ausreicht. Vor allem Frauen sind von diesen prekären Arbeitsverhältnissen betroffen.

Seit 2000 auch insgesamt deutlich mehr Minijobs

Auch insgesamt gibt es deutlich mehr Minijobber. Ihre Zahl stieg von vier Millionen im Jahr 2000 auf jetzt 6,6 Millionen. Besonders viele Menschen mit Minijob arbeiten im Gesundheitswesen, in Hotels und Gaststätten, in der Gebäudereinigung und im Einzelhandel. Zwei Drittel von ihnen sind Frauen, die meisten älter als 40, viele bereits im Rentenalter.

Original, Google Cache, archive.org

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