Scotland Yard soll Bhutto-Mord mit aufklären

Nach der Ermordung der pakistanischen Oppositionsführerin Benazir Bhutto wird Scotland Yard bei den Ermittlungen helfen. Ein Team der britischen Polizei werde „unverzüglich“ einreisen, um bei der Untersuchung von Bhuttos Tod zu helfen, sagte der pakistanische Staatschef Pervez Muscharraf in einer Rede an die Nation. Er dankte dem britischen Premierminister Gordon Brown, der einer entsprechenden Bitte zugestimmt habe.

Wahl in Pakistan am 18. Februar

Zuvor war bekannt geworden, dass die Parlamentswahl in Pakistan erst am 18. Februar stattfinden soll. Ursprünglich war die Abstimmung für den 8. Januar geplant. In seiner Rede verteidigte Muscharraf, die Verschiebung der Wahl. Dies sei „unvermeidlich“ gewesen. Der Leiter der Wahlkommission Qazi Mohammed Farooq hatte den Schritt zuvor mit den Unruhen nach der Ermordung Bhuttos begründet: „Der Wahlprozess ist nach dem Mord an Oppositionsführerin Benazir Bhutto für ein paar Tage völlig zum Stillstand gekommen“. Randalierer hätten in Bhuttos Heimatprovinz Sindh zehn Wahlbüros niedergebrannt und Wählerlisten sowie Wahlurnen zerstört. Auch sei man mit dem Druck und der Verteilung von Stimmzetteln nicht mehr nachgekommen. Deshalb sei die Verschiebung unumgänglich geworden.

Opposition lehnt Verschiebung ab

Die pakistanische Opposition plant trotz der Verschiebung der Parlamentswahl um sechs Wochen keinen Boykott der Abstimmung. Die Pakistanische Volkspartei (PPP) der ermordeten Oppositionsführerin Benazir Bhutto werde sich daran beteiligen, sagte ein Vorstandsmitglied der Nachrichtenagentur AP. Auch die Pakistanische Muslimliga (PML-N) des früheren Ministerpräsidenten Nawaz Sharif erklärte, sie werde sich an der Wahl beteiligen.

Bhutto Zardari wieder in England

Unterdessen verließ der neue PPP-Chef Bilawal Bhutto Zardari Pakistan. Eine Parteisprecherin sagte, der 19-Jährige sei wieder in England, um sein Jura-Studium in Oxford fortzusetzen. Er war am Sonntag zum Nachfolger seiner Mutter Benazir Bhutto ernannt worden. Bis zum Ende des Studiums bleibt für die täglichen Amtsgeschäfte sein Vater Asif Ali Zardari zuständig. Zudem müssen Kandidaten für ein offizielles politisches Amt in Pakistan mindestens 25 Jahre alt sein.

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