Amtsinhaber Tadic bleibt Präsident Serbiens

Amtsinhaber Boris Tadic hat die Präsidentenwahlen in Serbien gewonnen. Das berichtete die staatliche Wahlkommission nach Auszählung von 47 Prozent der Stimmen in Belgrad. Tadic habe 51,18 Prozent erreicht, errechnete die Kommission auf dieser Grundlage. Sein Herausforderer Tomislav Nikolic sei auf 47,18 Prozent Zustimmung gekommen.

Nikolic gestand inzwischen seine Niederlage ein. In der ersten Wahlrunde vor zwei Wochen hatte er noch 40 und Tadic 35,4 Prozent der Stimmen erhalten. Nach Einschätzung von Beobachtern lag die Wahlbeteiligung bei Schließung der Wahllokale bei einem Rekord von 67 Prozent. Bei der ersten Wahl hatte die Beteiligung noch 61 Prozent betragen.

Richtungswahl für die Region

Die Abstimmung galt als Richtungswahl über den Kurs des Landes nach der Unabhängigkeit des Kosovo. Tadic will unabhängig von den Entwicklungen in der südserbischen Provinz an der Annäherung an die Europäische Union festhalten. Sein nationalistischer Gegner Nikolic steht für die Abkehr von Europa und ein enges Bündnis mit Russland.

Der Ausgang der Wahl entscheidet auch darüber, wie Serbien auf eine von beiden Kandidaten abgelehnte Unabhängigkeitserklärung des Kosovos reagieren wird. Tadic hat als Parteichef der Demokratischen Partei (DS) den Einsatz militärischer Mittel ausgeschlossen und will sich weiter um gute Beziehungen zur EU bemühen. Mehrere EU-Staaten haben signalisiert, dass sie die für diesen Monat erwartete Unabhängigkeitserklärung des Kosovos anerkennen wollen. Nikolic hingegen hat sich dafür ausgesprochen, die Bemühungen um einen EU-Beitritt einzustellen. „Es gibt keine EU für uns, wenn sie uns unser Kosovo wegnehmen“, sagte der Politiker der Serbischen Radikalen Partei (SRS).

EU erfreut über Wiederwahl

Die Europäische Union (EU) begrüßte dementsprechend die Wiederwahl Tadics. Die EU sei erfreut darüber, dass das serbische Volk offenbar den demokratischen und europäischen Kurs des Landes unterstütze, teilte die slowenische EU-Ratspräsidentschaft mit. Zudem hieß es, die EU erneuere ihr Bekenntnis einer europäischen Perspektive für Serbien.

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