Millionen Kolumbianer demonstrieren gegen Farc

Millionen Menschen haben nach Polizeiangaben in Kolumbien gegen die Guerillagruppe Farc (Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens) demonstriert und die Freilassung aller Geiseln gefordert. Auch in anderen Ländern kam es zu Protestmärschen, darunter in Spanien, Frankreich, Italien, Schweden und Ungarn. Insgesamt hatten die Organisatoren Zusagen aus 165 Städten weltweit erhalten.

„Keine Toten, keine Farc mehr“

In den Protestmärschen verlangten die Menschen ein Ende der Gewalt in ihrem Land. Auf Transparenten forderten sie „Keine Entführungen, keine Lügen, keine Toten und keine Farc mehr“.

Óscar Morales, einer der Organisationen der Kundgebung in Bogotá, sagte: „Wir fordern ein Kolumbien ohne Farc, frei von Terrorismus und Gewalt“. Fernsehsender unterbrachen ihre Programme, um die landesweiten Protestmärsche zu übertragen. „Ich hoffe, die Farc hört zu“, sagte die ehemalige Geisel Clara Rojas, die nach fast sechs Jahren in der Gewalt der Farc im Januar freigelassen worden war.

700 Geiseln genommen

Die Veranstalter der Demonstrationen bezeichneten sich selbst als unabhängig. Allerdings erhielten sie massive Unterstützung von den Behörden. Im Ausland organisierten die kolumbianischen Botschaften die Demonstrationen. Auch die Regierung hatte immer wieder zur Teilnahme an den Veranstaltungen aufgerufen. Sie sah in den Protesten ein klares Votum gegen die Farc. „Heutzutage vertrauen die Menschen mehr dem Staat und der Armee“, sagte Präsident Alvaro Uribe im Fernsehen.

Nach Angaben der Regierung haben die Farc-Rebellen mehr als 700 Menschen in ihrer Gewalt, darunter die ehemalige Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt sowie weitere Politiker, Polizisten und Soldaten.

Original, Google Cache, archive.org

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