Super-Ungewissheit nach Super Tuesday

Die Wähler in den USA machen es spannend: Auch nach dem als Super Tuesday etikettierten Wahltag in mehr als 20 US-Bundesstaaten liefern sich bei den Demokraten die Senatoren Hillary Clinton und Barack Obama weiter ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Bei den Republikanern bestätigte dagegen Senator John McCain seine Favoritenrolle.

Obama gewann zwar mehr Staaten als Clinton. Die frühere „First Lady“ setzte sich dafür aber in den bevölkerungsreichen Bundesstaaten wie Kalifornien, New York oder New Jersey durch. Bei den Demokraten werden die Delegierten eines Bundesstaats proportional zu den erhaltenen Stimmen verteilt – auch die Verlierer gehen also nicht leer aus. Clinton konnte deshalb ihren Vorsprung gegenüber Obama zwar leicht ausbauen, ihr Vorsprung bleibt aber knapp. Bislang hat sie 872 Stimmen gewonnen, Obama 793. Für die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten der Demokraten sind mindestens 2025 Stimmen erforderlich. Insgesamt stimmten die Demokraten am Dienstag in 22 der 50 US-Bundesstaaten ab.

Beide Kandidaten vermieden Siegesgesten. Clinton gab sich aber – trotz des noch äußerst knappen Ergebnisses – präsidial und richtete in einer Ansprache vor jubelnden Anhängern in New York ihren Blick auf das Weiße Haus: „Nach sieben Jahren eines Präsidenten, der nur auf seine besonderen Interessen geachtet hat, seid ihr bereit für einen Präsidenten, der eure Stimme, eure Werte und eure Träume in euer Weißes Haus bringt“, sagte sie. Obama bekräftigte vor ebenfalls jubelnden Anhängern in Chicago: „Unsere Zeit ist gekommen. Unsere Bewegung ist real. Und der Wechsel kommt nach Amerika.“

McCain bei Republikanern vorn

Bei den Republikanern ging John McCain als klarer Sieger aus dem Super Tuesday hervor und festigte damit seine Favoritenrolle. Der Senator konnte neun Mal gewinnen, darunter in den besonders wichtigen Staaten Kalifornien und New York. Seine beiden Rivalen Mitt Romney und Mike Huckabee gewannen lediglich in sieben beziehungsweise fünf Staaten.

McCain, der zu Beginn des Wahlkampfes als Außenseiter gegolten hatte, vollzog den Rollenwechsel zum klaren Favoriten mit einer trockenen Bemerkung: „Das kümmert mich kein bisschen.“ Er unterstrich in Phoenix aber sichtbar stolz, dass er „einige der größten Staaten des Landes“ gewonnen habe. Seine Konkurrenten Romney und Huckabee kündigten an, sie wollten weiter im Rennen bleiben: „Wir werden das Ding gewinnen“, sagte Romney in Boston.

Bei den Republikanern werden die Stimmen anders verteilt als bei den Demokraten. Hier erhält der Sieger die Stimmen sämtlicher Wahlmänner eines Bundesstaats. McCain kommt dadurch bislang auf 518 Stimmen, Romney auf 220 und Huckabee auf 169. Erforderlich für die Nominierung sind 1191 Stimmen. Ingesamt stimmten die Republikaner in 21 Bundesstaaten ab.

Unberechenbare Wähler

Die Ergebnisse fielen am Ende anders als von den US-Meinungsforschern vorausgesagt. So sahen Umfragen im bevölkerungsreichen und deshalb besonders umkämpften Kalifornien bei den Republikaner Romney und bei den Demokraten Obama klar in Führung.

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