Essen soll bezahlbar bleiben

Im Vorfeld ihrer Frühjahrstagung haben die Weltbank und der Internationale Währungsfonds (IWF) ein gemeinsames Vorgehen gegen die hohen Nahrungsmittelpreise verlangt. IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn sprach sich dafür aus, den besonders betroffenen Staaten finanziell zur Seite zu stehen, um den Druck auf ärmere Bevölkerungsschichten zu lindern. Langfristig forderte er stärkere Anstrengungen, um die Produktivität in der Landwirtschaft zu erhöhen und Anbauflächen auszuweiten. Die teuren Lebensmittel bedrohen seiner Ansicht nach die bisherigen Fortschritte im Kampf gegen die weltweite Armut.

Weizen kostet 181 Prozent mehr

Die Weltbank hatte gestern vor Engpässen und neuen Hungerkatastrophen gewarnt. Nach einer neuen Weltbank-Studie kletterten die Nahrungsmittelpreise in den vergangenen drei Jahren weltweit um 83 Prozent. Weizen verteuerte sich sogar um 181 Prozent. „Arme Menschen leiden täglich unter den Auswirkungen hoher Preise für Nahrungsmittel, vor allem in den Städten und Ländern, in denen die Einkommen gering sind“, sagte Weltbank-Präsident Robert Zoellick. Er rief die internationale Gemeinschaft zur Hilfe für die armen Staaten auf. Um die derzeitige Lage zu entspannen, seien umgerechnet rund 320 Millionen Euro notwendig.

Nach Einschätzung der Weltbank werden die Nahrungsmittelpreise noch bis ins nächste Jahr hinein hoch bleiben. Erst dann sei mit einer Entspannung der Lage zu rechnen. Der Studie zufolge werden die Preise jedoch bis 2015 über dem Niveau von 2004 bleiben.

Nachfrage nach Biokraftstoffen verteuert Reis

Die Teuerungswelle für Nahrungsmittel begründeten IWF und Weltbank unter anderem mit der zunehmenden Nachfrage nach Biokraftstoffen. Die dafür benötigten Anbauflächen fehlen bei der Produktion von Grundnahrungsmitteln. In der Folge stiegen in Südostasien die Reispreise bereits auf den höchsten Stand seit Jahrzehnten. Die Weltbank macht aber auch den schwachen Dollar dafür verantwortlich, dass sich die Menschen in Entwicklunsländern Grundnahrungsmittel teilweise kaum noch leisten können. An diesen Problemen entzündeten sich bereits Konflikte und Unruhen wie etwa in Haiti.

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